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Drehort Owschlag : Ein Filmset als Abenteuerspielplatz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Kinderfilm „Winnetous Sohn“ wird in Boklund gedreht. „Rogers Area“ dient 16 Tage lang als Kulisse. Im kommenden Jahr soll der Streifen in die Kinos kommen.

Owschlag | „Ruhe bitte, Probe!“ Sofort sind rund 40 Mitarbeiter still, die eben noch beschäftigt durch die Gegend wuselten, um die nächste Szene vorzubereiten. „Probe ab, bitte“, gibt die Set-Aufnahmeleiterin vor. Ton- und Lichttechniker, Kameramann, die Aufnahmeleiterin und der Regisseur sind hoch konzentriert. Die Probe mit den Schauspielern Christoph Letkowski und Katharina Marie Schubert läuft problemlos. Das Team vom Kinderfilm „Winnetous Sohn“ ist bereit zum Drehen.

Regisseur André Erkau erklärt den Inhalt: „Es geht um einen kleinen, dicken, unsportlichen Jungen, dessen Traum es ist, bei einer Freilichtaufführung Winnetous Sohn zu spielen.“ Dafür nimmt Max einige Strapazen auf sich. Außerdem möchte er die Ehe seiner Eltern retten und einen neuen Freund gewinnen. „Es ist eine Geschichte über Zusammenhalt, Freundschaft und den Umgang mit Rückschlägen.“

„Winnetous Sohn“ ist Erkaus erster Kinderfilm. Für ihn ist die Arbeit mit den jugendlichen Darstellern etwas Besonderes. Das Filmset wird dann zu einer Art Abenteuerspielplatz. Seit dem 12. August wird ein Teil dieses Films in der Nähe von Owschlag gedreht. Auf „Rogers Area“ in Boklund fand die Filmcrew ideale Bedingungen für das Set einer Western-Ranch. Denn viele typische Gegenstände sind bereits da, wie etwa eine Holzhütte im Wild-West-Stil. Sie ist eigentlich eine Meldestelle bei Reitturnieren, wird im Film aber kurzerhand zu einer Küche umfunktioniert.

Roger Rahn, Eigentümer von „Rogers Area“, erinnert sich noch genau, wie sein Grundstück zu einem Drehort wurde: „Es war wie ein Casting. Mitarbeiter des Films hatten die Ranch im Internet entdeckt und sie sich mehrmals angeguckt. Dabei haben wir ganz gut abgeschnitten.“ So oft es geht, schaut er bei den Dreharbeiten zu. „Es ist spannend zu sehen, wie es hinter den Kulissen zugeht. Die wenigsten wissen, wie wichtig jeder einzelne Mitarbeiter des Filmteams ist.“ Und da Rahn mit seinem Cowboyhut und Halstuch wie ein echter Cowboy aussieht, wird er auch gleich als Statist für die nächste Szene verpflichtet, die schnell im Kasten ist.

Doch das ist nicht immer so. Ein gerissenes Kleid, ein verhaspelter Satz oder ein ausgefallener Monitor sind Gründe dafür, dass einige Szenen mehrmals gedreht werden müssen. Hinzu kommt das launische schleswig-holsteinische Sommerwetter, das dem Team einige Zwangspausen aufbürdet. „Wir kompensieren die Unterbrechungen und planen drum herum und überlegen, ob wir die Szene unter einem Dach spielen lassen können“, erklärt Creative Producer Paul Markurt. Das Team ist flexibel, einen Rückstand im Drehplan gibt es wegen des Wetters nicht.

Und die gute Stimmung kann der ein oder andere Schauer auch nicht trüben. Schon gar nicht bei den jungen Stars des Films. Hauptdarsteller Lorenzo Germeno alias Max witzelt mit seinem Stunt-Double Robin Bo Karbe herum, der für ihn von einem Balken fallen soll. Karbe saß bereits im Alter von einem Jahr auf einem Pferderücken und wirkte bei einer Westernshow mit. Als ein sportlicher, sattelfester Junge als Double gesucht wurde, war er die erste Wahl. Er ist bereits eine Stunde vor dem Hauptdarsteller Germeno am Set, um sich von Maskenbildnerin Astrid Lehmann in einen echten Indianer verwandeln zu lassen. Dazu benötigt sie für diese Szene eine Perücke und ein Stirnband mit Feder. „Ich brauche 15 Minuten, um die Kinder mit Kriegsbemalung und Federschmuck auszustatten“, sagt Lehmann.

Bis zum 27. August wird sie große und kleine Bleichgesichter noch in Boklund schminken, ehe es zum nächsten Drehort Halberstadt weitergeht. Der von ZDF und KiKA koproduzierte Kino- und Fernsehfilm kommt im kommenden Jahr in die Kinos.

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erstellt am 21.Aug.2014 | 06:00 Uhr

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