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Kinocenter Rendsburg : Ein Film mit reichlich Diskussionsstoff

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Gefällt mir“ lockt zahlreiche Besucher ins Kinocenter. Regisseur, Schauspieler und Produzent stellen sich den Fragen des Publikums.

In der Dithmarscher Stadt Heide treibt sich ein Serienkiller herum, der seine Opfer über das soziale Netzwerk Facebook ausspioniert und dort später sogar die Fotos der Getöteten online stellt. Gemeinsam mit dem Polizisten Axel stellt sich die junge Kampfsportlerin Natascha dem Mörder entgegen. Diese Schilderungen sind glücklicherweise nicht real – sie entsprangen dem kreativen Hirn von Regisseur Michael David Pate, der seinen bunten Genremix „Gefällt mir“ am vergangenen Sonnabend im Rendsburger Kinocenter vorstellte. Im Gepäck hatte er die beiden Hauptdarsteller Isabella Vinet und Tobias Schenke sowie Produzent Hauke Schlichting.

In der gut besuchten „Tonhalle“ des Kinocenters wollten sich die Filmschaffenden den Fragen des Publikums stellen. „Ich kenne jemanden, der da mitgespielt hat“, war sogar von einem der Gäste zu hören. Das war auch nicht verwunderlich, ist der Film „Gefällt mir“ doch größtenteils in Heide gedreht worden. Von dort kannten sich auch Michael David Pate und Kinobetreiberin Nicole Claussen, die bereits vor vier Jahren eine Veranstaltung für Pates erstes Projekt organisierte.

Wer bei der Handlung von „Gefällt mir“ zuerst an einen reinen „Slasher“ dachte, wie es sie derzeit dutzendweise gibt, seit Wes Cravens „Scream“ dem Genre im Jahre 1996 eine Frischzellenkur verpasste, wurde von Michael David Pate eines bessere belehrt. „Es gibt drei Hauptthemen: Selbstjustiz, der leichtfertige Umgang mit sozialen Medien und wer mehr Aufmerksamkeit erhält, Täter oder Opfer“, erklärte der Regisseur. Mit diesen Motiven und Versatzstücken aus verschiedenen Genres, wie Horror, Thriller und Satire, schuf Pate eine stimmige Mischung, die neben allen Effekten auch zum Nachdenken anregen soll. „Der Film bietet ordentlich Diskussionsstoff“, betonte Tobias Schenke, der sich ebenso wie der Rest des Teams vollkommen enthusiastisch von „Gefällt mir“ zeigte. „Jeder Zuschauer, der den Film gesehen hat, ist begeistert. Viele sagen, dass sie damit nicht gerechnet hätten“, ergänzte Isabella Vinet. Der Film kam übrigens komplett ohne Filmförderung aus.

Ebenso wie der Film Facebook als zentrales Thema nutzt, hat der Regisseur das soziale Netzwerk ebenfalls als „Castingcouch“ verwendet. „Wir sind über Facebook zueinander gekommen. Wir haben dann zwei Stunden telefoniert und schon einige Tage später stand ich in Heide“, berichtete die Berlinern Isabella Vinet. Auch Tobias Schenke kontaktierte Pate mit der Anfrage: „Ey, hast du Lust in meinem Film mitzuspielen.“

Neben Vinet, die schon mit Moritz Bleibtreu in „Die vierte Macht“ spielte und Schenke, der vielen noch unter anderem aus „Harte Jungs“ und der Siegfried-Lenz-Verfilmung „Das Feuerschiff“ bekannt war, konnte Michael David Pate auch Darsteller wie Gedeon Burkhard, Udo Schenk und Ronald Nitschke für seinen Film gewinnen. „Michael ist echt mit Herzblut dabei und kann andere Leute für sein Projekt begeistern“, erklärte Isabella Vinet.

Derzeit befinden sich die Filmschaffenden auf deutschlandweiter Promotiontour. „Gefällt mir“ wurde schon in über 100 Kinos in der Bundesrepublik gezeigt. Jetzt soll auch das Ausland angesteuert werden. Sicher sind sich der Regisseur und seine Darsteller, dass sie demnächst unbedingt wieder zusammenarbeiten möchten. Als nächstes plant Pate eine Komödie, um danach wieder einen Genrefilm abzuliefern.


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erstellt am 20.Okt.2014 | 04:11 Uhr

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