zur Navigation springen

Züchter : Ein feines Händchen für kleine Vögel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Peter Fischer ist erfolgreicher Wellensittich-Züchter. Sechs gefiederte Schönheiten zeigt er am Wochenende bei der Landesvogelausstellung in den Deula-Hallen.

„Es reizt mich, wenn es ein bisschen schwierig ist.“ Seit 38 Jahren züchtet Peter Fischer Wellensittiche. Um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, „muss man sich schon in der Vererbungslehre auskennen“, betont der 73-Jährige. Aber auch Sorgfalt, Fürsorge und viel Zeit sind nötig. Und selbst dann ist Erfolg nicht garantiert.

90 Wellensittiche hält Fischer zur Zeit in seinen Volieren, dazu kommen ein paar Kakadus und Rotbauchsittiche. Es wird gezwitschert und geschnäbelt. Der Lärm ist gewaltig. Als Fischer in eine Voliere tritt, ist für einen Moment Ruhe. Aber sie kennen ihn. Kurz darauf setzen die Tiere ihre „Gespräche“ fort. „Wellensittiche sind Schwarmvögel“, so Fischer. Darum sollten sie auch als Haustiere nie alleine gehalten werden. Oder der Mensch muss dem Vogel den Partner ersetzen.

Anfangs nimmt der Züchter die Vögel oft in die Hand. Daher lassen sie sich später auch relativ leicht einfangen. „Ich wollte nie in Boxen züchten“, sagt er. Aber wenn sich die Tiere in der Voliere frei verpaaren können, kann er keinen Einfluss auf das Zuchtergebnis nehmen. Also wählt Fischer aus, welche Wellensittiche Nachwuchs zeugen sollen. Diese ziehen in eine separate Box um. Den Nistkasten davor kann er öffnen und so den Bruterfolg kontrollieren. Nicht jede Henne legt ein Ei. Warum? „Es kriegt ja auch nicht jede Frau ein Kind“, sagt er. Wenn zwei Vögel in der großen Voliere miteinander schnäbeln und Zuneigung zeigen, versucht er, dies zu berücksichtigen. Vorausgesetzt, es handelt sich dabei nicht um Geschwister.

Liegen Eier im Nest, werden Lege-Tag und die weitere Entwicklung genau dokumentiert. Hahn und Henne bleiben in dieser Zeit zusammen. Und der Hahn füttert das Weibchen, das sich um die Brut kümmert. Die geschlüpften Jungen – meist sind es drei bis vier pro Paar – holt Fischer ab und zu aus dem Nistkasten, um ihre Gesundheit zu überprüfen und sie zu zeitig beringen.

Mehrere tausend Vögel sind so durch seine Hände gegangen. Dabei ist er ganz zufällig an das Hobby geraten. Der Maurer hatte einen Kollegen beim Hausbau geholfen, als „Bezahlung“ gab es etliche Vögel. Bald darauf war der Mann aus Luhnstedt selbst Züchter. 1976 trat er in die AZ-Gruppe Rendsburg ein (AZ steht für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelschutz). Nur zwei Jahre später wurde er auf einer Bundesschau mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. „Da bin ich denn dabei geblieben.“

Zahllose der bunte Auszeichnungs-Plaketten hat er inzwischen erhalten. Zuletzt auf der Europaschau im August dieses Jahres. Auch auf einer Weltausstellung waren seine Wellensittiche schon vertreten. Doch jede Nation bewertet nach anderen Kriterien, darum legt Fischer lieber eigene Maßstäbe an: Die Farbkombination, die er erreichen möchte. Da manche Tiere „spalterbig“ sind, also eine Farbe vererben, die sie nicht zeigen, „erlebt man manchmal Überraschungen“, sagt er. Aber genau diese Mischung aus Glück und Können ist es, die ihn an der Zucht reizt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen