Sehestedt : Ein Dorf verändert sein Gesicht

Heute „Wischhof“: Bio-Bäuerin Antje Prümm zeigt Heinrich Mohr ein altes Foto des Vorgängerbetriebes im Ortsteil Hammer. Fotos: Beckler (2)
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Heute „Wischhof“: Bio-Bäuerin Antje Prümm zeigt Heinrich Mohr ein altes Foto des Vorgängerbetriebes im Ortsteil Hammer. Fotos: Beckler (2)

Von 22 landwirtschaftlichen Betrieben in den 60er Jahren sind nur zwei geblieben: Das Gut und der Wischhof. Die Ausstellung „Sehestedt im Wander der Zeit“ zeigt, wie sich Höfe zu Ferienwohnungen wurden.

shz.de von
16. Juli 2018, 11:55 Uhr

Ein Dorf verändert sein Gesicht. Das zeigt die Ausstellung „Sehestedt im Wandel der Zeit – Güter und Höfe“, die am Sonnabend im Haus der Geschichte im Pastorat eröffnet wurde. Bis zum Ende der Sommerferien können Besucher sehen, wie sich viele landwirtschaftliche Betriebe verändert haben und zu Wohnungen und Ferienunterkünften geworden sind.

Alte Fotos aus dem Fundus des Dorfmuseums oder der Nachfahren der früheren Bewohner werden auf großen Schautafeln den aktuellen Ansichten der Gebäude gegenüber gestellt – wenn möglich, aus dem gleichen Blickwinkel wie auf den alten Aufnahmen fotografiert.

Mehr als 150 Fotos zeigen die Veränderungen im Laufe der Zeit. Auch Fritz und Anneliese Knudsen haben historische Bilder ihres Bauernhofes, den sie 1961 von den Großeltern des Landwirts übernommen haben, zur Verfügung gestellt. „Anfangs hatte das Bauernhaus ein Reetdach, dann eines aus Eternitplatten, und jetzt liegen Dachziegel darauf“, erklärte Anneliese Knudsen Besucherin Ingeborg Freerksen-Hennings, die seit 20 Jahren auf der Sehestedter Südseite lebt. Die Knudsens haben ihren Betrieb in der Straße „Steinwarf“ im Außenbereich von Sehestedt 1988 stillgelegt. Heute wohnen sie und ihre beiden Kinder mit ihren Familien in den umgebauten Gebäuden.

Jörg Manz und Antje Prümm haben vor neun Jahren einen Hof im Ortsteil Hammer übernommen und bauen auf dem „Wischhof“ Biogemüse an. „Es gibt kaum alte Fotos von dem Hof“, bedauert Antje Prümm. Am Giebel des Haupthauses steht die Jahreszahl 1804. „Das alte Bild eures Hofes muss kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen worden sein“, zeigte sich Heinrich Mohr überzeugt, der in der Nähe seine Jugendzeit verbracht hat. „Ich erinnere mich noch genau an die Reihe von Kopfweiden.“

Auf dem Gut Freienberg, einem ehemaligen Meierhof von Gut Sehestedt, lebt heute Juliane Rumpf. Die Ex-Landwirtschaftsministerin und jetzige Kreispräsidentin stellte zahlreiche historische Bilder zur Verfügung. „Die Ausstellung ist wichtig für das Dorf. Bei den Einwohnern werden dadurch viele Erinnerungen wach“, stellte sie fest. Juliane Rumpf hob das große ehrenamtliche Engagement der Ausstellungsmacher hervor. Zusammengestellt haben das Material Mitglieder des Vereins zur Förderung des Dorfmuseums – neben der Vorsitzenden Susanne Fedders die Zeitungsredakteurin Sabine Sopha (Fotos) und Altbürgermeisterin Rita Koop.


Öffnungszeiten

Die Ausstellung im Haus der Geschichte im Kirchenweg 17 ist bis zum Ende der Sommerferien sonnabends und sonntags von 14 bis 16 Uhr oder nach telefonischer Voranmeldung unter Telefon 0 43 57 / 457 geöffnet.


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