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Blumige Vielfalt : Ein Blütenmeer für den Baumfriedhof

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In Bünsdorf darf sich die Natur ausbreiten / Farbtupfer für den Friedhof

Ein Ort der Ruhe und Erinnerungen ist der kleine Baumfriedhof in Bünsdorf nach der Eröffnung vor zwei Jahren geworden. Seit wenigen Tagen ist der kleine Park am Ortsrand nicht mehr nur grüne Ruhestätte, sondern auch Heimat für viele seltene und bedrohte Wildpflanzen geworden. Gemeinsam setzten Vertreterinnen der Kirchengemeinde und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein Blühpflanzen um, die die Landschaft im Rahmen des Projektes „BlütenMeer 2020“ wieder zum Leuchten bringen sollen. „Ein wichtiger Teil des Projektes ist, die Öffentlichkeit mitzunehmen und Pflanzaktionen in Gemeinden, Schulen und Kindergärten zu starten“, erläuterte Wiebke Busch, Leiterin der projekteigenen Arche Gärtnerei.

Jährlich ziehe die Gärtnerei für die Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Naturschutz 1000 bis 2000 Pflanzen heran. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil des Projektes: „Derzeit werden 86  000 Pflanzen vorbereitet, um im Herbst auf vielen Naturschutzflächen ausgebracht zu werden.“ Hinzu kämen der Zukauf von zertifiziertem Regio-Saatgut und Mahdgutübertragung. Bei letzterem Verfahren wird die zur Samenabreife abgemähte Biomasse sofort auf eine vorbereitete Fläche übertragen und die Samen der wertvollen Kräuter können dort ausfallen.

In Bünsdorf wurden auf etwa 100 Quadratmetern rund 300 Blütenpflanzen aus der Arche Gärtnerei in den Boden gebracht. Unterstützung erhielt Wiebke Busch von Dr. Julia-Maria Hermann vom Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde und Friedhofsleiterin Tamara Küchenmeister. „Es geht darum, den Kirchengemeinden bei einem bewussten Umgang mit Ressourcen und der Erhöhung der Artenvielfalt zu unterstützen“, erklärte Hermann. „Gerade Kindergärten und Friedhöfe sind hier ein großes Potential“. Tamara Küchenmeister freute sich über mehr Farbe auf dem Friedhof: „Wir wollten hier ein Highlight haben. Es ist toll, dass wir die Blumen von der Stiftung bekommen“.

Dass Pflanzen wie Schwarznessel, Nachtviole oder Waldhabichtskraut wieder ausgebracht werden müssen, liege an der Landbewirtschaftung, so Busch. „Die hohen Gehalte an Luftstickstoff helfen den Gräsern, Blühpflanzen zu verdrängen“, berichtete sie von 60 Kilogramm pro Hektar, die im Kreis Schleswig-Flensburg jährlich auf die Flächen fallen. „Eine wichtige Pflanze ist daher der Klappertopf, da er die Wurzeln der Gräser parasitiert und den Saft abzweigt“. „Hoffentlich wird er hier im nächsten Jahr häufig zu sehen sein“, sagte Busch.

Da die Blumen auch Pflege benötigen, schaute sich Karin Hilgert von Kompass 98 aus Eckernförde die Pflanzaktion an. „Wir haben vielfältige Einsatzmöglichkeiten mit Inklusionsgedanken, die individuell für die Betreuten gefunden werden können.“ Elfriede Fedtke, Vorsitzende des Friedhofsausschusses, betonte, dass jeder auf dem Baumfriedhof bestattet werden könne, unabhängig von der Kirchengemeinde. „Wir freuen uns, dass wir ein paar Farbkleckse in diesen Ort der Ruhe hineinbekommen“. 




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