Heimatsprache : Ein Bekenntnis zum Plattdeutschen

Wollen die niederdeutsche Sprache erhalten: Jörn Biel, Norbert Radzanowski, Klaus Schlie und Johannes Callsen (von links).
Wollen die niederdeutsche Sprache erhalten: Jörn Biel, Norbert Radzanowski, Klaus Schlie und Johannes Callsen (von links).

Jahresversammlung des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes in Groß Wittensee. Jörn Biel als Präsident bestätigt.

shz.de von
14. Mai 2018, 10:18 Uhr

Gross Wittensee | Das Land zwischen den Meeren hat viel zu bieten, ist geprägt von Vielfältigkeit und Sprachenreichtum. Zur Jahresversammlung des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHHB) trafen sich knapp 90 Mitglieder im Schützenhof in Groß Wittensee. Der SHHB ist der Dachverband von rund 240 Mitgliedsorganisationen, darunter regionale Heimatverbände, Orts- und Kreisgruppen, Volkstanz- und Trachtengruppen, Museen, Naturschutzorganisationen, niederdeutsche Vereine und Theatergruppen.

Präsident Dr. Jörn Biel begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter Landtagspräsident Klaus Schlie, den Minderheitenbeauftragten Johannes Callsen sowie Kreispräsident Lutz Clefsen. In seinem Vortrag betonte Johannes Callsen, dass sich die Landesregierung zur Pflege und Erhaltung der Heimatsprache und der Kultur bekenne: „Wir wollen die regionale Sprache mit ihren Besonderheiten, die 1992 in der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprache aufgenommen wurde, weiter stärken und die Akteure unterstützen.“ Der SHHB leiste wichtige Arbeit für das Plattdeutsche und sei anerkannter Gesprächspartner für alle, die sich für die niederdeutsche Sprache engagieren. „Wir haben in Schleswig-Holstein 29 Grundschulen, die als Modellschulen auch plattdeutschen Unterricht anbieten, seit dem vergangenen Sommer sind sieben Modellschulen mit Niederdeutsch in der Sekundarstufe I hinzugekommen.“ Der SHHB erhält zur Förderung Projektmittel in Höhe von 30 000 Euro.

Die Verbundenheit zu Schleswig-Holstein war auch in den Grußworten des Landtagspräsidenten Klaus Schlie zu spüren: „Es ist wichtig, die kulturellen Wurzeln, die Vielfalt unseres Landes zwischen den Meeren zu erhalten und weiter zu vermitteln.“

Am 10. Juni wird das 70-jährige Bestehen des Verbands mit dem „Tag der Schleswig-Holsteiner“ im Freilichtmuseum Molfsee gefeiert. Es soll ein Erlebnistag für alle Bürger werden.

Geschäftsführerin und Präsidiumsmitglied Dr. Ute Löding-Schwerdtfeger stellte die Kampagne „Heimatbund 2030“ vor: „Nur wenn wir gemeinsam modernisieren, können wir auch in Zukunft die wertvollen Traditionen und die einzigartige Identität unserer Heimat bewahren und immer wieder neu mit Leben füllen.“ Ein neues Logo soll mit frischem Erscheinungsbild zeigen, dass sich der SHHB neu positioniert und modernisiert.

Einstimmig bestätigten die Mitglieder Jörn Biel als SHHB-Präsidenten sowie Irmgard Bock als Schatzmeisterin und Elke Heinz als Beisitzerin.

Überrascht nahm Norbert Radzanowski die Auszeichnung der Goldenen Ehrennadel entgegen. Seine Verdienste für die niederdeutsche Sprache würdigte Jörn Biel: „Norbert Radzanowski ist einer der Menschen, die der plattdeutschen Sprache nach außen hin ein Gesicht geben und die als Motor wirken, insbesondere in unserem Sprachenland Schleswig-Holstein.“

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