Nortorf : Ein Arbeitsleben auf dem Friedhof

Gut eingearbeitet: Heinz-Jürgen Schafranski übergibt am Wochenende die Friedhofsverwaltung an Tamara Küchenmeister.
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Gut eingearbeitet: Heinz-Jürgen Schafranski übergibt am Wochenende die Friedhofsverwaltung an Tamara Küchenmeister.

Heinz-Jürgen Schafranski verabschiedet sich in den Ruhestand. Verwalter der Grabstätten trat 1984 die Nachfolge seines Vaters an

shz.de von
27. September 2018, 14:01 Uhr

Seit über 30 Jahren kümmert sich Heinz-Jürgen Schafranski bereits um die Belange des alten und neuen Friedhofs in Nortorf. Mit 65 Jahren ist nun für den Friedhofsverwalter die Zeit gekommen, in den Ruhestand zu wechseln. Und das kann er mit einem guten Gewissen. Denn er arbeitet bereits seit Anfang August Tamara Küchenmeister als seine Nachfolgerin ein.

Die Friedhofverwaltung hatte in der Familie Schafranski Tradition. Vor ihm war schon sein Vater in Nortorf als Küster und Verwalter für die Kirchengemeinde tätig. „Als ich 1984 die Nachfolge meines Vaters antrat, waren die beiden Arbeiten noch verknüpft“, erinnert sich Schafranski zurück. Mit dem zunehmenden Arbeitsaufwand, war das aber irgendwann zu viel und der Kirchengemeinderat stimmte in den 90er-Jahren einer Abkoppelung zu. Zu dieser Zeit wurde auch die Umstellung des bis dahin handschriftlich geführten Beerdigungsbuches auf EDV realisiert. „Wir waren zu dieser Zeit damit sogar eine der ersten Gemeinden im Kirchenkreis“.

Aber nicht nur die EDV hatte Einzug gehalten, auch die ersten technischen Hilfsmittel, wie zum Beispiel ein Bagger, wurden angeschafft. „Vorher haben wir die Gruften noch mit der Hand ausgehoben“, berichtet der Friedhofsverwalter. Während steiniger Boden erst einmal mit der Spitzhacke bearbeitet werden musste, hatte auch zu lockerer Boden seine Tücken. „Die Gruften müssen mindestens 1,6 Meter tief sein. Und wenn man die Erde von unten rausschippen wollte, rieselte es jedes Mal schön in den Nacken rein“. Doch auch der Umstand, dass einige daher diesen Beruf früher abwertend als „Kuhlengräber“ bezeichneten, konnte seiner positiven Einstellung gegenüber seiner Arbeit keinen Abbruch tun.

„Natürlich muss man sich im Laufe der Zeit immer wieder den wechselnden Ansprüchen anpassen. Da guckt man denn auch, was sich so auf den großen Friedhöfen in den Stadt ändert“, berichtet der scheidende Friedhofsverwalter. Alles könne man dabei aber nicht einfach so übernehmen – das müsse schon passen und langsam vonstatten gehen. Dazu gehörte unter anderem auch das Entwickeln und Anlegen moderner Urnen-Gräberfelder oder einem Gemeinschaftsfeld für die „Sternenkinder“. Doch nicht nur dem Neuen zeigte er sich aufgeschlossen. Als Mitglied einer Arbeitsgruppe setzte er sich ebenfalls für den Erhalt kulturhistorischer Denkmale auf den beiden Nortorfer Friedhöfen ein.

Für Schafranskis Nachfolgerin Tamara Küchenmeister stellt ihr zukünftiger Aufgabenbereich kein Neuland dar. Leitete die gelernte Baumschulgärtnerin doch bereits vier Jahre lang die Friedhofsverwaltung in Bünsdorf. „Dabei habe ich während meiner Ausbildung nie damit gerechnet, dass ich einmal auf einem Friedhof ‚landen‘ würde“, gibt die 26-Jährige zu. Dass sie nun gerade Schafranskis Nachfolgerin wird, freut sie besonders. „Ich wollte schon immer gerne in Nortorf arbeiten, da ich hier auch viele Menschen kenne.“

Die offizielle Verabschiedung von Heinz-Jürgen Schafranski findet am Sonntag, 30. September, um 10 Uhr im Rahmen eines Familiengottesdienstes statt.

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