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Rotary Club Rendsburg : Ein amüsanter Sportabend mit Willi Lemke

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

UN-Sonderberater und Werder-Aufsichtsratschef zu Gast bei Rotary.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2014 | 12:00 Uhr

Die große weite Welt des Sports. Von Olympischen Spielen bis hin zu afrikanischen Bolzplätzen und zum Schluss natürlich die Fußball-Bundesliga. Der Rotary Club Rendsburg überraschte bei seinem diesjährigen Intercity-Treffen mit einem ganz besonderen Gast als Festredner. Willi Lemke, Sonderbotschafter Sport der UNO, früherer Manager und heutiger Aufsichtsratschef von Werder Bremen, referierte zum Thema „Den Sport nutzen für Entwicklung und Frieden“ und plauderte anschließend in amüsanter Art und Weise über die Fußball-Bundesliga. Rotary-Präsident Gustav Tietje freute sich über das Kommen Lemkes, das durch die Kontakte des stellvertretenden Chefredakteurs des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages, Jürgen Muhl, zu Stande gekommen war.

Wenn Willi Lemke spricht, dann greift er zu emotionalen Tugenden. Die Welt des Sports liegt ihm am Herzen. Seine Position als UN-Sonderberater ist ein Ehrenamt mit Büros und Mitarbeitern in New York und Genf. Für Lemke hat der Sport die Aufgabe, Menschen mitzureißen, für eine Sache zu begeistern, statt gegen etwas zu kämpfen. Lemke weiß aber auch, dass der Sport keine Kriege verhindern kann, aber: „Er kann Kindern und Jugendlichen überall auf der Welt, wo es Konflikte gibt, Perspektiven geben.“ Mit großem Engagement reist der frühere Bundesliga-Manager im Auftrag der Vereinten Nationen rund um den Globus und hilft dort, wo Gewalt, Diskriminierung und Not den Alltag beherrschen.

Lemke schilderte eindrucksvolle Beispiele von emotionalen Begegnungen und Momenten, teilweise bedrückend, aber häufig auch voller Hoffnung. So hat Lemke Zugang zu Townships, in denen 1,5 Millionen Menschen in Armut leben, aber die dennoch Sport treiben wollen. „Sie wollen Fußball spielen, auch wenn sie vorher nichts gegessen haben und nach dem Spiel über kein Trinkwasser verfügen. Wie haben wir es doch gut in Deutschland und doch ärgern und schimpfen wir über Dinge, die es nicht wert sind. Denken Sie einmal darüber nach“, appellierte Lemke an die über 100 Gäste, die mit großem Beifall antworteten. Zum Schluss befragte ihn Jürgen Muhl zu Details aus dem heutigen Bundesliga-Fußball. Wie er denn die Steueraffäre um Uli Hoeneß, der Lemke in Bremen über Jahrzehnte bekriegt habe, beurteile? Das sei die Privatangelegenheit von Hoeneß, dazu werde er niemals etwas sagen, antwortete Lemke. Als die Sprache auf die Arbeit des Werder-Aufsichtsrates im Vergleich mit dem in der Kritik stehenden HSV-Aufsichtsrat kam, wurde Lemke deutlicher: „Wir arbeiten mit nur fünf Mitgliedern sachbezogen hinter verschlossenen Türen und nichts kommt nach draußen. Das ist beim HSV wohl anders“, bemerkte Lemke süffisant. Sein Tipp für die Liga: Beide, Werder und der HSV, steigen nicht ab.

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