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Landeszeitung

21. November 2017 | 03:57 Uhr

Ende einer Ära : Ein Abschied auf Raten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Beim beliebten Rendsburger Italiener „Pane Vino“ am Paradeplatz bahnt sich ein Eigentümerwechsel an – aber Giorgio und Ute De Matteis hören nicht ganz auf.

Die Nachricht stößt durchweg auf Ablehnung bei den Stammgästen. Giorgio De Matteis und Ehefrau Ute wollen aufhören. Schon zum neuen Jahr. Rendsburgs Lieblings-Italiener „Pane Vino“ geht in andere Eigentümer-Hände. Ein italienischer Gastronom aus Hamburg-Blankenese übernimmt zum 1. Januar das Restaurant in den historischen Kellergewölben am Paradeplatz. Und doch, so sagen Giorgio und Ute De Matteis, bleiben sie vorerst den Gästen erhalten. „Man wird uns weiter sehen , wir werden die Gäste auch in Zukunft bedienen. Vielleicht nicht jeden Tag, aber häufig“, sagt Giorgio, der mit seiner Ehefrau das Restaurant seit 25 Jahren betreibt.

Das „Pane Vino“ ist in dieser Zeit zu einer festen Empfehlung von Gästen aus der gesamten Region Mittelholstein geworden. Insofern mag es unter den Stammgästen einige Tränen geben. Und viele nette Worte zum Abschied, bei dem es sich ja zunächst um einen „Abschied auf Raten“ handeln soll. „Pane Vino“ ohne Giorgio und Ute? Geht denn das? „Nee, das geht irgendwie nicht“, sagt Stammgast Florian Berndt. Ebenso wie Alfred Gudd, der als Rendsburger Historiker über die Geschichte des „Hauses Paradeplatz 3“ eine Abhandlung geschrieben hat. Zu lesen unter www.panevino.de.

Man kommt, nimmt Platz. Giorgio kommt aus der Küche. Die Speisekarte ist überflüssig und wird gar nicht aufgeschlagen. „Giorgio, mach uns was Schönes“, heißt es dann. Und Giorgio macht. Zaubert in der Küche und serviert Leckereien. Bleibt er denn auch der Küche treu? „Vorerst ja“, sagt der aus Apulien stammende De Matteis. Die Gäste wird es freuen. Und in Rendsburg wohnen bleiben will das Ehepaar auch.

Mit dem Betreiberwechsel erfolgt auch eine grundlegende Renovierung von Lokal und Küche im Laufe des kommenden Jahres. Dies wird von dem Eigentümer der Immobilie, Axel Bornhöft, bestätigt. Auch soll es rund 40 Plätze mehr geben durch eine räumliche Erweiterung. Bleiben soll auch der Großteil des Personals. Und wann gehen Giorgio und Ute ganz? Antwort: „Das wissen wir noch nicht. Aber irgendwann ist es so weit. 25 Jahre reichen.“

Jetzt beginnt das letzte Weihnachtsgeschäft unter der alten Führung. Was gleichbedeutend ist mit einem zumeist bis auf den letzten Platz gefüllten Kellerlokal. Und dann der letzte Silvesterabend mit Giorgios Küchenzaubereien. „Ist denn wirklich Schluss, Giorgio?“ Antwort: „Das weiß man noch nicht so genau.“ Hoffnung gibt es also auf weitere schöne Abende bei Rendsburgs beliebtestem Italiener. Ein Stammgast nimmt indes sein Schicksal in die eigene Hand: „Ich gehe bis Jahresende jeden Abend ins ,Pane Vino‘. Nur montags nicht. Da ist geschlossen.“

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