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Borgdorf-Seedorf : Eigenes Heim auf dem Campingplatz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Jürgen und Sigrid Theden haben ihre Wohnung aufgegeben und ziehen in ein mobiles Häuschen. Das erste dieser Art im Amt Nortorfer Land.

von
erstellt am 05.Aug.2015 | 11:15 Uhr

Nach gut einer Stunde ist es geschafft: Der Kran auf dem Seecampinplatz BUM hebt vorsichtig den Container an, zwei Helfer geben dem Kranführer Zeichen. Noch ein paar Zentimeter nach links und schon steht es: das erste Mobilheim im Amt Nortorfer Land. Ende September wollen Jürgen und Sigrid Theden dort einziehen. Dabei dient es nicht als Feriendomizil, sondern als Erstwohnsitz.

„Seit einem Jahr haben wir hier einen Campingplatz“, berichtet Jürgen Theden, „als wir hörten, dass auf dem Gelände ein Areal für diese mobilen Heime entsteht, sind wir durch die Gegend gefahren und haben uns ein paar Beispiele angesehen.“ Der Weg führte das Ehepaar sogar nach Holland. „Uns hat das ziemlich gut gefallen, eins kam zum anderen und nun ziehen wir hier bald ein“, so der 70-Jährige weiter. Dafür haben die Kieler sogar ihre Eigentumswohnung verkauft. „Wir werden ja auch nicht jünger und immer in den zweiten Stock hinauf kann schon anstrengend sein“, ergänzt Sigrid Theden. Der Umzug aus der großzügigen 80-Quadratmeter-Wohnung hinein in die mobilen 40 Quadratmeter sei nicht ganz leicht. „Ein bisschen Angst habe ich schon vor der Verkleinerung“, gibt die 64-Jährige offen zu. „Aber ich freue mich auch.“ Zwei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, Flur, Bad – die Innenaufteilung haben die Thedens nach ihren eigenen Wünschen eingerichtet. Ein stabiles und isoliertes Vordach mit einer Größe von rund 20 Quadratmetern wird in den nächsten Tagen auf der Terrasse aufgebaut. Dort wird die Einbauküche installiert. Für die Planung und Aufstellung des Mobilheimes zeichnet Ernst-Otto Rönnau von der Firma „Rönnau bauen &leben“ verantwortlich. Er stand den Thedens von Anfang an zur Seite. „Die Nachfrage nach mobilen Heimen ist bei uns sehr groß. Der Trend geht immer mehr dorthin“, so der Bauleiter. Dabei lässt sich fast jeder Wunsch erfüllen. „Nur ein Spitzdach ist schwierig“, erklärt Ernst-Otto Rönnau, „damit würden wir nicht unter Brücken hindurch kommen.“ Sowohl die Planung als auch die Herstellung erfolgt direkt in Nortorf. „Die Baubetreuung war optimal“, lobt Familie Theden, „wir konnten vor Ort alles besprechen und die Entwicklung live mit ansehen. Wir hatten schon immer eine Schwäche für Holzhäuser. Den Traum eines zu besitzen, haben wir uns nun erfüllt.“

Im September werden weitere zwei Mobilheime auf dem Gelände aufgestellt. „Wir haben uns überlegt, was wir mit diesem Areal machen können“, erläutert Kurt Ulrich, Betreiber des Seecampingplatzes. „Und die Nachfrage war bereits da.“ Insgesamt können bis zu 25 Mobilheime am Borgdorfer See aufgestellt werden. Die Grundstücke sind zwischen 200 und 300 Quadratmeter groß. Das Haus an sich darf eine Größe von 40 Quadratmeter jedoch nicht überschreiten. „Es ist und bleibt schließlich ein Campingplatz“, betont Ulrich. Die Parzellen für die Mobilheime werden von Ulrich an die Eigentümer verpachtet. „Wir haben die Zulassung, dass sich die Leute hier auch mit ihrem Erstwohnsitz anmelden können“, so der Betreiber weiter. „Auf dem gesamten Campingplatz haben wir derzeit 15 Haushalte.“ Obwohl der Container eher einem normalen Eigenheim gleicht, ist es mobil: „Es hat eine Achse mit zwei Rädern“, erklärt Kurt Ulrich, „die Bedingung ist, dass es mobil bleibt.“

Rund 100  000 Euro hat Familie Theden für ihr neues Heim bezahlt. Für dieses Geld hätte es auch eine seniorengerechte Eigentumswohnung werden können. „Hier haben wir aber den Garten mit dabei“, sagt Sigrid Theden über die Vorteile. „Wir befinden uns mitten in der Natur, haben sogar zu einer Seite den Blick auf den See – das ist doch fantastisch.“ Unbezahlbar sei für die beiden das stetige Gefühl von Urlaub, das ihnen in ihrem neuen Eigenheim begegnet.

Ende September wollen sie endgültig einziehen. Bis dahin steht auch das Vorzelt mit der Einbauküche und die neuen Möbel werden geliefert. Besonders die drei Enkel der Thedens freuen sich schon jetzt. „Nur der Ältesten gefällt es noch nicht, dass wir bald nicht mehr direkt in Kiel wohnen“, sagt die Hausherrin. „Aber ich bin mir sicher, dass sie sich daran gewöhnen wird, schließlich sind wir ja nicht aus der Welt“, so Sigrid Theden weiter, „und außerdem haben wir ja extra an ein Gästezimmer für unsere Enkelkinder gedacht.“

 

 

 

 

 

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