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Landeszeitung

17. Dezember 2017 | 23:01 Uhr

Eigener Rettungswagen für den Süden

vom

Krisengespräche im Ministerium: Unternehmer und kommunal-Vertreter diskutieren über Schadensbegrenzung / Was passiert zur Norla?

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erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Rendsburg | Westerrönfelds Bürgermeister Hans-Otto Schülldorf und wehrführer Torsten Heinz mussten keine Sekunde überlegen, als sie um Hilfe gebeten wurden. Wegen der ständigen Staus auf der Rader Brücke bat die Rettungsdienst-Kooperation darum, einen Rettungswagen in Westerrönfeld stationieren zu dürfen. Anders sei es nicht zu gewährleisten, dass medizinische Hilfe auch südlich des Kanals innerhalb der vorgeschriebenen Frist von zwölf Minuten zur Stelle ist. Der Rettungswagen ist seit gestern im Westerrönfelder Feuerwehrgeräte haus stationiert.

"Wir erleben zurzeit die Folgen der Verkehrsprobleme auf der Brücke und im Tunnel jeden Tag auf dem Weg zu unseren Patienten", sagte Thorsten Weber, Leiter der Rendsburger Rettungswache. "Um unseren Auftrag erfüllen zu können, mussten wir handeln."

Dabei nützt es zurzeit auch nichts, dass nach Einrichtung der Tunnelbaustelle im Sommer 2011 eine Rettungswache in Büdelsdorf eingerichtet wurde, um das Gebiet südlich des Kanals zuverlässig innerhalb der Frist bedienen zu können. Jetzt ist jederzeit auch auf der Brücke mit Staus zu rechnen.

Deshalb wurde der Standort Westerrönfeld notwendig. "Es geht um die Sicherheit der Menschen. Der Wagen steht in Westerrönfeld, ist in Zwölf-Stunden-Schichten jeweils mit zwei hochqualifizierten Rettungsassistenten besetzt und rund um die Uhr verfügbar", sagte Volker Böhm, verantwortlicher Abteilungsleiter bei der Rettungsdienst-Zentrale. Der Rettungswagen wird so lange in Westerrönfeld bleiben, bis zumindest die Rader Brücke saniert ist.

Schadensbegrenzung lautete auch die Überschrift von zwei Krisengesprächen, die am Donnerstagabend und am Freitag in Kiel stattfanden. Zunächst diskutierten Unternehmensverbände und Kammern, dann Vertreter der Kommunen mit Abgesandten von Verkehrsministerium, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr und Polizei. "Zunächst haben wir einen Überblick über die dramatischen Schäden an der Brücke erhalten", berichtete Michael-Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer der Unternehensverbände Nord.

Es waren weniger die laufenden Sanierungsarbeiten an der Brücke als vielmehr Maßnahmen zur Entschärfung der Situation in der Region Rendsburg, die auf den Tisch kamen. Und da gab es sogar einige konkrete Ansätze: So hat der NDR eine Webcam geschaltet, die Bilder von der aktuellen Verkehrslage auf der Brücke liefert. Sie zeigt allerdings leider nicht den eigentlichen Staubereich.

Zudem sollen kurzfristig die Parkplatz-Kapazitäten am Fußgängertunnel und an der Fähre Nobiskrug erweitert werden. Wer von dort zu Fuß weitergeht oder den Bus nimmt, spart möglicherweise Zeit. Weitere Ideen waren die Optimierung des Reißverschluss-Verfahrens in der Tunnel-Zufahrt, die umstrittene dauergrüne Welle in der Büdelsdorfer Hollerstraße sowie eine innerstädtische Beschilderung mit dem Ziel, dass auswärtige Lkw-Fahrer in Rendsburg und Büdelsdorf nicht vom direkten Weg Richtung Tunnel abkommen.

Einer der Hauptpunkte war die geforderte möglichst schnelle Freigabe beider Tunnelröhren. "Anders als die vorschnelle Pressearbeit des Ministeriums vermuten ließ, gibt es bei der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung und beim Landesbetrieb für Straßenbau die Bereitschaft, die Dinge wirklich näher zu prüfen", war der Eindruck von IHK-Vize Rainer Bock.

War zuvor noch von zehn Wochen Vorbereitungszeit gesprochen worden, so reduzierte sich die Frist im Gespräch mit den Unternehmern auf einen Monat. Ein Problem aber scheint neben dem Brandschutz auch das Geld zu sein - mit rund fünf Millionen Euro wurden die Kosten für den provisorischen Umbau des Tunnels und die Verzögerung bei der Tunnelsanierung taxiert. In diesem Punkt gehen die Diskussionen weiter-- auch am Mittwoch, wenn Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele im

Rathaus zu Gast ist. "Wir werden dann die aktuellen Probleme erörtern, die unsere Wirtschaft und unsere Lebensqualität erheblich einschränken", sagte Bürgermeister Pierre Gilgenast. "Und wir müssen darüber sprechen, wie sich die Situation bei Großveranstaltungen wie Rendsburger Herbst, E.on Hanse-Cup oder bei der Norla darstellt."

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