Bauprojekte in Rendsburg : Eiderkaserne: Vermarktung in der Warteschleife

Das Areal der früheren Eiderkaserne gilt als eines der wichtigsten Projekte der Stadtentwicklung: Die Mittel für die Finanzierung der Infrastruktur werden über das Programm „Stadtumbau West“ verwaltet. Kontostand: 8,5 Millionen Euro.
Das Areal der früheren Eiderkaserne gilt als eines der wichtigsten Projekte der Stadtentwicklung: Die Mittel für die Finanzierung der Infrastruktur werden über das Programm „Stadtumbau West“ verwaltet. Kontostand: 8,5 Millionen Euro.

Interessenten sind da, doch kaufen darf noch keiner: Denn für den Beginn der Ausschreibung fehlen noch wichtige Daten.

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18. Mai 2015, 05:06 Uhr

Rendsburg Für einige Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Eiderkaserne gibt es schon ernsthafte Interessenten. Trotzdem geht das Projekt  nicht voran, die Vermarktung lässt auf sich warten. Der Grund: Die Verkehrswerte (siehe Infokasten) fehlen noch und somit auch die  Verkaufspreise.   Bei den Mitgliedern des Bauausschusses sorgen die Verzögerungen für Unmut. Sie wollen, dass die Ausschreibung endlich beginnen kann.

„Wir müssen auf gut Deutsch mal in die Puschen kommen“, so die Meinung von Sabine Stechmann (Modernes Rendsburg). Und auch Klaus Schaffner (Grüne) kritisiert: „Es zieht sich. Das kann so  nicht weitergehen.“ Doch der mit der Vermarktung beauftragten Firma BIG-Städtebau sind die Hände gebunden. Der Dienstleister muss auf die Ergebnisse des Gutachterausschusses des Kreises warten. Denn ohne die Daten könne man den Wert der Immobilien nicht ermitteln, sagt Mitarbeiterin Inken Glüsing.  „Und niemand wird sich ernsthaft für ein Gebäude interessierten, wenn er nicht weiß, was das Ganze am Ende kosten soll.“

Die Zeit drängt – auch aus finanzieller Sicht. Je länger die Stadt wartet, desto teurer wird das Großprojekt.   Denn die beantragten Fördergelder  in Millionenhöhe von Bund und Land stehen bereit. Wenn diese  aber nicht zeitnah genutzt werden, muss die Stadt Zinsen zahlen.

Der Entwurf für die Vermarktung des 19 Hektar großen Areals steht bereits. In den von der BIG–Städtebau erstellten Exposés wird den Interessenten unter anderem erklärt, warum man sich für eine Immobilie in Rendsburg entscheiden sollte. Die  Stadt sei demnach eine der „am  verkehrsgünstigsten liegenden Städte Schleswig-Holsteins.“ Die  zentrale Lage, die Nähe zu Kiel, Hamburg, der A 7 und natürlich zum  Nord-Ostsee-Kanal werden als die großen Vorzüge Rendsburgs genannt.

Welcher Käufer tatsächlich ein Gebäude bekommt, entscheidet sich anhand mehrerer Kriterien. Es gilt nicht: Wer am meisten bietet, bekommt den Zuschlag. Die  Interessenten müssen die Auflagen des Denkmalschutzes berücksichtigen, einen plausiblen Bauablaufplan vorweisen, bei gewerblicher Nutzung garantieren, dass sie neue Arbeitsplätze in der Gemeinde schaffen und  eine „angemessene Nutzung“ nachweisen. „Es ist ja wohl klar, dass wir dort keine Tankstelle haben wollen“, so Anja Ilgenstein (CDU).

Für den Umbau der Gebäude haben die Käufer zwei Jahre Zeit. Die Stadt behält sich ein Wiederverkaufsrecht vor, wenn in dieser Zeit baulich nichts passiert. „Wir wollen schließlich jemanden, der nach vorne prescht“, heißt es von der BIG-Städtebau.

Im Juni und Juli plant das Unternehmen zwei Informationsveranstaltungen für mögliche Käufer: Eine für Investoren, eine für Privatpersonen. Nach aktuellem Stand sollen die Vorbereitungen für die öffentliche Ausschreibung  im November  beginnen. Jana Walther

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