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Handball-SH-Liga : Eider Harde heiß auf Top-Favoriten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Carstensen-Team muss zur HSG Ostsee. Alt Duvenstedt hofft auf in Tarp auf den Befreiungsschlag?

Am Sonnabend schaut die Handball-SH-Liga der Männer gebannt nach Grömitz. In dem Seebad an der Lübecker Bucht steigt das Spitzenspiel der heimischen HSG Ostsee gegen die HSG Eider Harde (18.15 Uhr). Beide Teams haben in der noch jungen Saison bislang keinen Punkt abgeben müssen. Auch im Lager der HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg wird man das Ergebnis mit Spannung verfolgen. Das Team von Trainer Volker Paul ist am Sonnabend (17 Uhr) beim TSV Mildstedt gefordert und will mit einem Sieg auf Tuchfühlung zur Spitze bleiben. In ganz anderen Tabellenregionen befindet sich der TSV Alt Duvenstedt. Nach vier Niederlagen brennt die rote Laterne beim TSV. Gelingt dem Team von Trainer Gunnar Kociok am Sonnabend (17 Uhr) bei der HSG Tarp/Wanderup der erhoffte Befreiungsschlag?

TSV Mildstedt – HSG Schülp/Westerrönfeld/RD (Sbd., 17 Uhr)

Mildstedt schlagen, sonst Mittelfeld. Mehr gibt es zum Spiel der HSG Schülp/Westerrönfeld/RD gegen den TSV Mildstedt eigentlich nicht zu sagen. Nach nur knapp gescheitertem Oberligaaufstieg im letzten Jahr will Westerrönfeld sich in dieser Saison zumindest möglichst lange die Chance darauf wahren, aufsteigen zu können. Einen ersten „Bigpoint“ haben Volker Pauls Handballer bereits verspielt, als sie gegen die HSG Ostsee N/G hoch verloren und deshalb heute mit zwei Gegenpunkten nicht zu den ungeschlagenen Spitzenteams gehören. Angesichts der Tatsache, dass erst das vierte Spiel ansteht und die restlichen beiden gut verliefen, ist das noch kein Grund zur Sorge. Sollte allerdings das Punktekonto am Samstagabend ausgeglichen sein, wird es einiger Kraftanstrengung bedürfen, um wieder nach oben zu kommen. „In diesem Jahr sind alle Teams noch enger zusammengerückt. Deshalb ist viel mehr möglich, wie man daran sieht, dass Alt Duvenstedt Letzter ist, denn damit hätte keiner gerechnet. Wir müssen frühzeitig zusehen, viele Punkte zusammenzuhaben, um nicht im Mittelfeld oder unteren Drittel zu landen“, sagt Co-Trainer Frank Moreau. Er wird am Samstag in der Mildauhalle (17 Uhr) als Haupttrainer dabei sein, denn Volker Paul ist aus persönlichen Gründen in Süddeutschland unterwegs. Mildstedt vertraut nach dem Oberligaabstieg einer neu formierten, jüngeren Mannschaft mit neuem Trainer und hat doch ein Problem. Leitwolf und Zweitliga-Routinier Mario Petersen verletzte sich bereits zum Saisonauftakt gegen den TSV Alt Duvenstedt schwer am Knie und fehlt seinem Team seitdem. Bezeichnenderweise wurden beide Spiele ohne die Tormaschine verloren. „Gegen Stockelsdorf und Marne hätten die wohl mit ihm nicht verloren“, mutmaßt Frank Moreau, der Anfang der Woche selbst aufgrund eines unverschiebbaren Termins unterwegs war. So trainierte die Mannschaft am Montag und Dienstag ohne Übungsleiter, versicherte ihrem Co. aber glaubhaft, dass es effektiv gewesen sei. Zumindest verletzte sich keiner, sodass die HSG mit breiter Brust und voller Mannschaftsstärke nach Mildstedt fahren kann, um die nächsten Punkte zu sammeln. Lange Rede, kurzer Sinn: Mildstedt schlagen, sonst Mittelfeld.

HSG Tarp/Wanderup – TSV Alt Duvenstedt (Sbd., 17 Uhr)

Es lässt sich drehen und wenden wie man will, der Saisonstart des TSV Alt Duvenstedt ist komplett fehlgeschlagen. 0:8 Punkte sind nicht nur wenig, sondern viel zu wenig. Die Gründe dafür hat Gunnar Kociok nach jeder Niederlage aufs Neue geäußert: Die mangelnde Eingespieltheit erschwert es, beste Torchancen zu nutzen oder oft auch zu generieren. „Halblinks findet zurzeit nicht statt und auf der Mitte läuft es auch nicht“, sagte Kociok nach der Derby-Niederlage gegen die HSG Eider Harde. Das Problem ist, dass es in diesem Jahr offenbar kein „Fallobst“ in der Liga gibt, also Teams, gegen die jedes andere punktet. Wenn, dann sind bisher nur die punktlosen Tills Löwen und der TSV Alt Duvenstedt in diese Kategorie einzuordnen. Es stellt sich die Frage nach einer Lösungsmöglichkeit, die Frage danach, wie die Talfahrt gestoppt werden kann. „Es ist schwierig zu sagen, was man verändern kann. Wenn man etwas anders machen will, braucht man auch die Alternativen. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, Tim Dau auf Halblinks zu stellen, doch dazu muss er beim Training sein. Zurzeit sind die drei anderen Spieler auf der Königsposition nur Mittelmaß“, findet der Trainer, der sich auch selbst ins Gericht nimmt. „Letztendlich hinterfrage ich auch immer mich, und ich finde, dass meine Bilanz in Alt Duvenstedt bisher grässlich ist. Meine Mannschaft braucht ein Erfolgserlebnis, deshalb kam Büdelsdorf gelegen“, sagt Kociok. Am letzten Wochenende ging der TSV endlich einmal siegreich vom Platz, als er das Pokalspiel gegen den unterklassigen Büdelsdorfer TSV für sich entschied. Mit der HSG Tarp/Wanderup wartet am Samstag (17 Uhr, Treenehalle Tarp) ein Gegner auf den TSV, der bislang auch unter den Erwartungen spielte und erst 2:4 Punkte sammelte. Der Heimsieg wird eingeplant sein. Die Hoffnung ist nun, dass die Partie in Büdelsdorf neue Motivation brachte, um in Tarp zu punkten. „Wichtig wird in erster Linie sein, dass jeder Einzelne seinen Abschluss verbessert und fragt, was er, und dazu zähle ich auch mich, für den Erfolg noch mehr beisteuern kann“, erklärt Kociok.

HSG Ostsee N/G – HSG Eider Harde (Sbd., 18.15 Uhr)

„Wenn wir was mitnehmen wollen, müssen wir uns im Vergleich zu den letzten Partien steigern“, sagt Eider-Trainer Thomas Carstensen vor dem Topduelle und schiebt hinterher: „Chancen rechnen wir uns aber aus.“ Carstensen hofft dabei auf die Unterstützung vieler Fans. Der Bus fährt um 15 Uhr in Hohn ab. Die Spielgemeinschaft aus Neustadt und Grömitz ist mit vielen Vorschusslorbeeren in die Runde gestartet. Auch Carstensen prognostiziert dem Aufsteiger eine rosige Zukunft, der Durchmarsch in die Oberliga scheint nur eine Formsache zu werden. Schließlich plant der Verein, gesponsert von einem potenten Geldgeber, eine neue maritime Handball-Hochburg in den Touristenorten an der Ostsee zu etablieren. Ein Gegenpol zum nahen Zweitligisten VfL Bad Schwartau. So wurde eine Handvoll erfahrener Stammspieler vom VfL und vom THW Kiel II zur HSG gelotst. Auch ehemalige Bundesliga-Granden schnüren ihre Schuhe mittlerweile für den Liga-Neuling. Spielertrainer Thomas Knorr hat offenbar selbst mit Mitte 40 immer noch Lust auf Handball, nachdem der Bad Schwartauer mit dem THW Kiel, der SG Flensburg-Handewitt und dem HSV Hamburg schon unzählige Schlachten auf internationalem Parkett geschlagen hat. Ein weiteres bekanntes Gesicht, das bei der HSG Ostsee mitmischt, ist Adrian Wagner. Der 37-Jährige spielte ebenfalls beim THW und HSV und hat immerhin 24 Länderspiele in seiner Vita stehen. Er hilft aus, wenn Not am Mann ist. Trotz allem sieht Thomas Carstensen seine Mannschaft nicht chancenlos. Auch weil die Ergebnisse des Gegners bis dato keinen Anlass geben, in Ehrfurcht zu erstarren. „Wir haben im Training ordentlich Gas gegeben und sind heiß auf die Begegnung“, schildert der Coach die körperliche und psychische Verfassung seiner Spieler. Lars Wiese (Sehnenscheidenentzündung im Arm) wird jedoch nicht mitmachen können. Hinter dem Einsatz von Jannek Brown (Fieber) steht noch ein Fragezeichen. Der Rücken von Jörg Gosch tut dagegen nicht mehr weh. Auch Torwart Gerald Dobratz kann nach seiner Rotsperre wieder mitwirken.

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