Nortorf : Ehemaliges Kesselhaus: 5800 Bürger sollen über Umbau zum Museum entscheiden

Befürworter des Kesselhaus-Umbaus haben in der Poststraße leer stehende Geschäfte mit Plakaten geschmückt. Fotos: mtk
Befürworter des Kesselhaus-Umbaus haben in der Poststraße leer stehende Geschäfte mit Plakaten geschmückt.

Das Kesselhaus als Standort für ein Schallplattenmuseum bleibt ein Zankapfel in der Stadt Nortorf.

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12. September 2019, 18:49 Uhr

Der Kampf um Wählerstimmen im Streit um den Umbau des Kesselhauses zu einem Schallplatten-Museum geht in die heiße Phase. Am Sonntag, 6. Oktober, sind rund 5800 Nortorfer zum Urnengang aufgerufen. Befürworter des Umbaus haben massiv mit Werbung begonnen.

Briefwahl hat begonnen

Seit dem 2. September ist bereits die Briefabstimmung im Rathaus möglich. Etwa 50 Bürger haben schon davon Gebrauch gemacht. Denn der Termin der Abstimmung liegt in den Herbstferien. Daher ist eine Briefabstimmung noch bis zum 4. Oktober, 12  Uhr, möglich.

Einige Wähler waren von der Fragestellung des Entscheids verunsichert. Dieser lautet: Soll die Stadt Nortorf darauf verzichten, ein Schallplattenmuseum im ehemaligen Kesselhaus mit städtischen Finanzmitteln einzurichten und zu betreiben? Wer also für den Umbau des Kesselhauses ist, muss das Nein ankreuzen.

Auf dem Stimmzettel haben die Wähler zwei Optionen.
Malte Kühl
Auf dem Stimmzettel haben die Wähler zwei Optionen.
 

„Dieser Punkt wird nicht zum ersten Mal an mich herangetragen, er wird sogar mit dem Vorwurf verknüpft, dass wir bewusst die Bevölkerung täuschen wollten“, sagt einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, Michael Friedrich (SPD), er halte diesen Vorwurf für albern.

Eine einfachere Variante der Fragestellung wäre uns auch lieber gewesen, war aber nicht umsetzbar. Michael Friedrich, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, (SPD).
 

 „In enger Abstimmung mit der Kommunalaufsicht des Kreises haben wir die Formulierung seinerzeit vorgenommen. Eine einfachere Variante wäre uns auch lieber gewesen, war aber nicht umsetzbar, weil die Frage der antragstellenden Seite mit Ja beantwortet werden muss.“ Auch die Verwaltung bestätigte dies.

In einer Stellungnahme gehen die Initiatoren Michael Friedrich, Sven Kahle (beide SPD) und Angelika Bretschneider (Grüne) auf die zu erwartenden Personalkosten ein. So rechnen die Gegner des Umbaus mit einem jährlichen Defizit für die Stadt von 160 .000 Euro. Was zu einer Einschränkung anderer Investitionen sowie einer möglichen Wiedereinführung von Straßenausbaubeiträgen und Erhöhung der Grundsteuer führen könnte.

CDU sieht das Museum als eine Chance

Die CDU hingegen betont den Umbau des Kesselhauses als Chance für Nortorf. Das Kesselhaus sei mit einem Kaufpreis von 67. 000 Euro ein Gewinn für die Stadt. Sollte kein Museum darin realisiert werden, hat der Vorbesitzer das Recht, es zum Originalpreis zurück zu kaufen. Die Personalkosten sollen durch Synergien mit anderen Institutionen wie der Touristeninformation und dem Posten des Stadtmarketingmanagers, der gerade in der Diskussion steht, geteilt werden.

Die CDU hat einen Brief an die Nortorfer Haushalte geschickt. Darin präsentieren sich die Befürworter in einer breiten Front. In ihrem Schreiben wirbt die Partei für den Umbau und ruft gleichzeitig zur Spendenunterstützung für die Kampagne auf. Diese präsentiert sich markant in der Innenstadt. In verschiedenen leer stehenden Immobilien in der Poststraße sind die Schaufenster mit Postern und Inseraten aus dem Museumsfundus verziert. Zusätzlich kündigte die CDU an, auf dem Wochenmarkt an vier Terminen mit einem Stand vertreten zu sein.

Stände auf dem Marktplatz

Plakate, die für den Bürgerentscheid werben, vermisst man in der Innenstadt allerdings. „Wir werden ebenfalls Stände auf dem Marktplatz betreiben und überlegen, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Ich glaube aber nicht, dass wir das Budget der Befürworter aufwenden wollen“, sagt Michael Friedrich.

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