Bendorf-Oersdorf : Durch Wind genug Strom für 17750 Haushalte

Der Windpark in Bendorf-Oersdorf.
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Der Windpark in Bendorf-Oersdorf.

Park mit neun Anlagen in Bendorf-Oersdorf eingeweiht.

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19. Mai 2015, 06:00 Uhr

Mit einem „Windfest“ ist der Windpark Bendorf-Oersdorf eingeweiht worden. Seit Februar 2014 sind in Sichtweite der Autobahn 23 und der Landesstraße 316 neun Windkraftanlagen des Typs Enercon E101 errichtet worden, die von September bis Dezember 2014 in Betrieb genommen wurden. Jede einzelne Windmühle erbringt eine Stromleistung von 3,05 Megawatt. „Das sind bei neun Anlagen insgesamt 27,45 Megawatt“, rechneten die Geschäftsführer Joachim Mrotzek und Steffen Warneboldt von der Unternehmensgruppe „WindStrom“ vor, „pro Jahr werden von hier aus 71 Millionen Kilowattstunden Strom eingespeist – das ist genug, um 17  750 durchschnittliche Haushalte zu versorgen.“

Fünf der neun Windenergieanlagen werden von der Firma „WindStrom“ (Edemissen, Niedersachen) betrieben, drei vom Bürgerwindpark Bendorf-Oersdorf und eine Windmühle von der „RoSa Wind“ GmbH der Landeigentümer Jens Rohweder und Thorsten Sager. „Die Nutzung der Windenergie bietet große Chancen, um unsere anspruchsvollen Klimaschutzziele zu erreichen“, sagte Bürgerwindpark-Geschäftsführer Matthias Graßhoff in seiner Ansprache beim von der Firma „Windstrom“ spendierten „Windfest“, „aber dabei müssen wir immer auch die Menschen in der Region mitnehmen, die direkt betroffen sind.“ Der Aufbruch ins atomfreie Energie-Zeitalter sei ein „Kraftakt“, bei dem man drei Ziele im Blick haben müsse, meinte Graßhoff: „Die Versorgungssicherheit muss gewährleistet sein, wir dürfen die Klimaziele nicht aus den Augen verlieren, und wir wollen insbesondere, dass der Strom bezahlbar bleibt.“ Der nötige Stromnetzausbau hinke dabei hinterher, kritisierte der Oersdorfer: „Anhand unserer Abschaltungszeiten kann man erkennen, wie groß das Problem ist. Wir hoffen, dass die geplante 380-MW-Stromleitung an der Westküste zügig weitergebaut wird, damit wir unseren Strom zu jeder Zeit einspeisen können.“

Windenergieanlagen werden aus Effizienzgründen immer höher. Die E101-Windmühlen in Bendorf-Oersdorf messen bis zur Rotornabe 134,5 Meter, haben einen Rotor von 101 Metern Durchmesser und kommen somit auf eine maximale Höhe von 185 Meter. „Landschaft ist für uns aber auch ein Stück Heimat“, gab Graßhoff zu bedenken, „die Zustimmung der Bürger zu Windkraftanlagen hängt ganz wesentlich von der Höhe und der Entfernung der Anlagen ab. Nur wenn Politik, Wirtschaft sowie die Bevölkerung an einem Strang ziehen – nur dann werden wir beim Umbau der Energieversorgung erfolgreich sein. Dem Windpark Bendorf-Oersdorf wünsche ich allzeit einen störungsfreien, unfallfreien Betrieb und immer genügen Wind unter den Rotorblättern, damit hier viel Strom erzeugt wird!“

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