Duell zwischen Stadt und Land

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Berufsschüler präsentieren Jugendfilm / Premierenerfolg vor fachkundigem Publikum / Vorstellungen in der "Schauburg"

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18. Juni 2011, 06:23 Uhr

Rendsburg | Die Dreharbeiten dauerten vier Tage lang. Danach war Material für vier bis fünf Stunden Sendezeit im Kasten. 50 Stunden saß der Regisseur anschließend am Schneidetisch. Und am Ende blieben Szenen für 40 Minuten übrig. "Das war viel, viel Arbeit", gesteht Martin Glüsing. Gestern erhielt der Erzieher den Lohn für seinen Einsatz. Die Premiere des Films " Zwischen Acker und Asphalt" wurde mit lang anhaltendem Applaus aufgenommen.

Im Rendsburger Kino "Schauburg" verfolgten 80 Besucher den Streifen mit dem Untertitel "Wenn Land-Jugend auf Stadt-Jugend trifft", der in Rendsburg, Borgstedt, Hohenwestedt und Fockbek entstanden ist. Das Publikum war fachkundig. Denn die jungen Zuschauer vom Berufsbildungszentrums (BBZ) Nord-Ostsee-Kanal begutachteten einen Film, den ihre Mitschüler in einem Gemeinschaftsprojekt geschaffen haben.

"Das Thema haben sich die Schüler selbst ausgedacht, und auch das Drehbuch haben sie in Eigenarbeit verfasst", sagt Gitta Bretsch. Im Deutschunterricht der Lehrerin, die an der Berufsfachschule I, Metalltechnik, unterrichtet, war Anfang des Jahres die Idee zu dem Filmprojekt gereift. Die Finanzierung wurde durch Sponsorengelder der Sparkasse Mittelholstein gesichert. Und vor allem konnte ein Profi für die Schülerinitiative gefunden werden: Martin Glüsing, Mitarbeiter der Rendsburger St.-Jürgen-Kirchengemeinde, der bereits fünf Filme mit Jugendlichen für Jugendliche realisiert hat. Eine weitere Hauptrolle in dem Projekt übernahm Daniel Piotraschke. Der Schüler war ebenfalls bereits an mehreren Jugend-Filmprojekten beteiligt und sammelte Erfahrungen vor und hinter der Kamera.

Die Experten haben gemeinsam mit den 20 engagierten Amateuren eine rundum gelungene Geschichte entwickelt, die ab nächsten Donnerstag täglich eine Woche lang in der "Schauburg" gezeigt wird. Die Story über die Gegensätze von dem Leben auf dem Dorf und in der Stadt erzählt von einer jungen Frau, die auf einer Party mit einem Landjungen flirtet. Ihr Partner prügelt sich mit dem Rivalen und muss zur Strafe Sozialstunden auf einem Bauernhof leisten. Zwei Welten prallen aufeinander. Schlüssig, humorvoll und spannend wird gezeigt, wie die unterschiedlichen Charaktere aufeinander treffen. Am Ende kommt es zu einem packenden Showdown bei einem Autorennen auf einem staubigen Acker.

Dank wirkungsvoller Effekte, schneller Szenen-Schnitte und stimmiger Musikauswahl entwickelt der Film eine fesselnde Dramaturgie. Die sorgfältige Regie und hervorragende Kamera-Arbeit mit moderner Digitaltechnik schaffen ausdrucksstarke Momente. Dazu gehört auch der Abspann, in dem jeder beteiligte Schüler verrät, warum er das Leben im Dorf oder in der Stadt bevorzugt. Die Geschichte besticht durch viel Sinn und Seele - und vor allem durch die Leistungen der Darsteller. Wie die hochmotivierten Akteure ihre Rollen verkörpern, verdient alle Achtung.

"Die Dialoge sind erst beim Drehen spontan entstanden." Martin Glüsing bewundert das Talent der Nachwuchskräfte, Szenen ohne vorgegebenen Text zu entwickeln. "Ich habe großen Spaß gehabt", verrät der Regisseur. Diese gute Laune überträgt sich. "Die Reaktionen sind durchweg positiv", freut sich Gitta Bretsch über das Lob nach der Premiere und einer Preview mit Eltern, Freunden und Förderern des Projekts. Es gab nur glänzende Zensuren. Fazit: Mit dem Film ist den Schülern ein munteres Vergnügen gelungen - sowohl für Zuschauer vom Land als auch für Kinofans aus der Stadt.

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