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Für gehörlosenzentrum : Dubiose „Sammler“ in der Stadt unterwegs

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Junge Männer sind mit Klemmbrett und Listen unterwegs. Der angebliche Bau ist nicht geplant. Polizei rät: Vorsichtig mit der Herausgabe von Daten sein.

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erstellt am 21.Feb.2014 | 14:59 Uhr

Das machte eine junge Rendsburgerin stutzig: Zweimal innerhalb kurzer Zeit, am vergangenen Sonnabend und gestern, fielen ihr vor Supermärkten junge Männer mit Klemmbrettern und Listen auf. Auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes in der Konrad-Adenauer-Straße und im Penny-Markt am Kreishafen baten sie Kunden, im ersten Fall zu dritt, im zweiten solo unterwegs, um Unterstützung für den Neubau eines Gehörlosenzentrums. Wie die Sozialarbeiterin beobachtete, notierten sie Namen, Adressen und die Bereitschaft, eine Spende zu leisten. Dazu ließen sie sich Unterschriften geben. Ob tatsächlich Portemonnaies gezückt wurden, konnte unsere Leserin nicht feststellen. Jedoch, dass die „Spendensammler“ mit ihrer Gestik vorgaben, taub und stumm zu sein.

Ein Gehörlosenzentrum ist nicht in Planung, da es ein solches in der Stadt bereits gibt. Das versicherte auf Anfrage Olaf Biemann, Geschäftsführer des Reha-Zentrums für Hörgeschädigte mit einem Campus im Nordkolleg und dem Verwaltungssitz in der Hollesenstraße. „Das ist nicht astrein und schlecht für unseren Ruf“. Seine Einrichtung habe gar nicht das Personal für eine Unterschriftensammlung. Und auch die Gehörlosen-Fachschule der Diakonie schicke niemanden los.

Der Wache in Rendsburg sei die Aktion gemeldet worden, berichtete Sönke Hinrichs, Pressesprecher der Polizeidirektion Neumünster. Doch die Beamten hätten bei Edeka niemanden mehr angetroffen. Hinrichs rät, sich in einem solchen Fall vor einer Unterschrift genau zu informieren und vorsichtig mit der Herausgabe persönlicher Daten zu sein.

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