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Landeszeitung

22. Oktober 2017 | 23:26 Uhr

Kanalgeflüster : Druck lass nach

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gero Trittmaack kommentiert die Woche in Rendsburg.

von
erstellt am 28.Sep.2013 | 09:00 Uhr

Luftschlösser, Hirngespinste, Visionen, mit denen man lieber zum Arzt gehen sollte? Nein. Staatssekretär Frank Nägele scheint ein ziemlich klar und auch politisch denkender Mensch zu sein. Nachdem der Bundesverkehrsminister vor wenigen Tagen reichlich schroff aus Berlin ramsauerte, dass ein Ersatz für die Rendsburger Brücken nicht notwendig sei, musste ja jemand widersprechen, der mehr von der Angelegenheit versteht, ein Interesse an Schleswig-Holstein und zumindest einen gewissen Einfluss hat.

Es ist ein kluger Schachzug: Auf die Absage folgt ein Plan, der so viele sachliche Details und sinnvolle Überlegungen enthält, dass über ihn einfach diskutiert werden muss. Der Bundesverkehrsminister wird dieses Thema nicht los. Und wenn der Druck aus dem Norden nicht nachlässt, wird selbst er sich irgendwann ernsthaft mit dem Thema beschäftigen müssen.

 

Die Rendsburger Ratsversammlung hat einen offenen Brief an die Abgeordneten in Land- und Bundestag geschrieben, die die Region vertreten. Inhalt: Die Bitte um Hilfe in den ganzen Chaos rund um Autobahnbrücke und Kanaltunnel. Die Forderung, auf eine Vollsperrung des Tunnels zu verzichten, platzte allerdings schon in genau dem Moment, in dem der Senats-Vorsitzende Thomas Krabbes den Brief im Ratssaal verlas. Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und Verkehrsaufsicht des Kreises erklärten gleichzeitig, der Tunnel werde für die Asphaltierung der Weströhre 12. Oktober (22 Uhr) bis zum 14. Oktober (5 Uhr) dichtgemacht.

Und die Ratsversammlung muss einen Punkt von ihrer Wunschliste streichen.

 

Bürgermeister Pierre Gilgenast hatte ein Geschenk mit in die Ratsversammlung gebracht: Ein Stück aus dem Rumpf der Transall, die einst auf dem Namen Rendsburg getauft worden war. Als Stadtpräsidentin Karin Wiemer-Hinz erwähnte, dass das LTG 63 seinerzeit das ganze Flugzeug angeboten hatte, jedoch kein Platz dafür gefunden worden sei, ging ein kreativer Ruck durch die Menge. Plötzlich hagelte es Ideen. Warum nicht an der Obereider oder aif dem Gelände der Eiderkaserne. Auch im Erdgeschoss von Hertie gebe es Platz genug. Leider zu spät. Das Flugzeug ist längst verschrottet. Chance verpasst.

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