Benebelt im Straßenverkehr : Drogensünder im Visier der Polizei

Der Konsum von Alkohol oder anderer Drogen kann den Verlust des Führerscheins bedeuten.
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Der Konsum von Alkohol oder anderer Drogen kann den Verlust des Führerscheins bedeuten.

Alkohol ist nicht mehr häufigstes Suchtmittel bei ertappten Verkehrsteilnehmern. Die Rendsburger Beamten verstärken die Kontrollen um Silvester.

shz.de von
28. Dezember 2017, 13:40 Uhr

Alkohol am Steuer galt früher als der Hauptgrund für den Verlust des Führerscheins. Die Zeiten scheinen sich geändert zu haben. In und um Rendsburg sind andere Rauschmittel im Straßenverkehr auf dem Vormarsch. Das belegen neue Zahlen aus dem Polizeirevier Rendsburg. Demnach stoppten die Beamten seit Januar 78 Mal Verkehrsteilnehmer, die unter dem Einfluss synthetischer, gerauchter oder anderer Drogen standen. Im gleichen Zeitraum wurden nur 37 Fälle aktenkundig, bei denen Alkoholkonsum die Hauptrolle spielte. Die Polizei kündigte verschärfte Kontrollen über Silvester an.

Man stelle einen Anstieg der festgestellten Fälle von Drogenmissbrauch am Steuer fest, so Sprecher Rainer Wetzel. Als Gründe nannte er zunehmende Kontrollen, aber auch die spezialisierte Ausbildung der Beamten. Dass im Raum Rendsburg grundsätzlich mehr Drogen als früher konsumiert werden, dürfe man aus den Zahlen nicht ableiten.

Fest steht aber: Bei Überprüfungen im Herbst und kurz vor Weihnachten nahmen die Rendsburger Beamten gleich mehrere Delinquenten hops. Mitte November wurden in nur einer Nacht sechs benebelte Autofahrer aus dem Verkehr gezogen (wir berichteten). Sie hatten unter anderem Marihuana bei sich. Einen Monat später untersuchte die Polizei landesweit mehr als 7000 Autofahrer gezielt auf Alkohol und Drogen. Auch hier verdeutlicht das Ergebnis im Raum Rendsburg, dass Wein, Bier und Schnaps inzwischen nicht mehr in der Mehrheit sind: Nur ein Fahrer stand unter Alkoholeinfluss, in vier Fällen waren andere Suchtmittel wie Cannabis, Crystal Meth oder Kokain im Spiel.

Wie erkennen die Beamten, ob jemand Drogen zu sich genommen hat? Bei Alkohol ist der Fall klar: Aufschluss gibt die Fahne und das Atemalkohol-Messgerät, in das der Fahrer kräftig pusten muss. Bei den anderen Stoffen reicht meist ein tiefer Blick in die Augen aus, um den Anfangsverdacht zu erhärten. Die Pupillen sind im Dunkeln deutlich größer als bei Tageslicht. Mit einer Lampe leuchten die Beamten dem Fahrer ins Gesicht – und beobachten dann dessen Pupillen. Schließen sie sich langsam, ist etwas im Busch. Es folgt ein Drogenschnelltest (freiwillig) oder der Gang aufs Revier (nicht freiwillig). Bei einem positiven Testergebnis kann ein Staatsanwalt eine Blutprobe anordnen. Überprüft werden können zu Silvester nicht nur Verkehrsteilnehmer, die mit dem Auto unterwegs sind, darauf wies Polizeisprecher Wetzel hin. „Auch Radfahrer sollten wissen, dass eine Trunkenheitsfahrt zum Entzug des Führerscheins führen kann.“

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