Bokel : Dreschmaschine auf großer Fahrt

Mit Fingerspitzengefühl: Langsam wurde die historische Dreschmaschine auf den Trailer bugsiert. Fotos: Eckhardt (3)
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Mit Fingerspitzengefühl: Langsam wurde die historische Dreschmaschine auf den Trailer bugsiert. Fotos: Eckhardt (3)

Oldtimerfreunde Bokel fahren zum Weltrekord-Versuch / Transport des Geräts ein schwieriges Unterfangen

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24. August 2018, 11:34 Uhr

Die letzten Vorbereitungen sind abgeschlossen. Die große Reise kann beginnen. Die Oldtimerfreunde Bokel werden an den Nostalgie-Dreschtagen in Tetenhusen teilnehmen. Geht es doch darum, einen Weltrekord zu brechen.

„Für den Rekord müssen mindestens 23 historische Dreschmaschinen gleichzeitig laufen“, verrät Kay Masermann vom Vorstand der Oldtimerfreunde. Der bisherige Rekord wurde 2015 in Iden in Sachsen-Anhalt im Rahmen des Grünen Wochenendes der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) aufgestellt. Da waren es 22 Dreschkästen, die gleichzeitig liefen.

Da die Oldtimerfreunde Bokel seit gut 19 Jahren über einen Dreschkasten aus dem Jahr 1936 verfügen, wurden sie von den Tetenhusener Organisatoren angesprochen. „Da haben wir natürlich gleich spontan zugestimmt“, erklärt Masermann.

Größtes Problem ist der Transport. Schließlich kann das rund 4,5 Meter lange, 2,5 Meter breite und drei Meter hohe Ungetüm für die „lange Strecke“ ja nicht einfach hinter einen Trecker gespannt werden. Verfügt dieser Dreschkasten doch nur über kleine Speichenräder aus Stahl und keinerlei Federung. „Damit kann man maximal Schrittgeschwindigkeit fahren, da kommen wir ja nie an“, scherzt der zweite Vorsitzende der Oldtimerfreunde Kurt „Kuddi“ Ronke. „Wir haben die Dreschmaschine bis jetzt nur einmal auf einem Trailer transportiert – und das war, als wir sie geholt haben“, gibt Ronke zu. Eine Aktion, die allen Beteiligten in Erinnerung geblieben ist. Damals war die Belastung durch das gut drei Tonnen schwere Gerät zu viel für den Anhänger. Dieser musste nach der Fahrt erst einmal zur Reparatur in eine Werkstatt. Dementsprechend haben die Trecker-Fans nun eine wesentlich stabilere Variante organisiert, auf die der Dreschkasten verladen wurde.

„Für die Bedienung der Dreschmaschine sind mindestens drei Mann nötig – ein Maschinist, einer der das Getreide zuführt und einer der die Auffangsäcke wechselt“, weiß Masermann. Und so werden er und Ronke an diesem Tag zusätzlich von Günther Döring und Henning Ratjen unterstützt. Ratjen ist es dann auch, der den Transport mit seinem alten Lanz begleitet. Schließlich läuft der Dreschkasten ja nicht von alleine, sondern muss über einen Transmissionsriemen über das Schwungrad des Schleppers angetrieben werden.

Am Sonntag, 26. August ist es dann so weit: Um 13 Uhr soll der Rekordversuch starten. „Selbst wenn wir den Rekord nicht knacken, ist das nicht so schlimm – dabei sein ist schließlich alles. Wann hat man denn schon einmal die Möglichkeit an einem Rekord teilzunehmen“, fügt Masermann an. Denn auch wenn das Ganze etwas aufwändiger ist, steht für die Oldtimerfreunde doch der Spaß im Vordergrund.

Wer keine Zeit hat, die Nostalgie-Dreschtage am Sonntag zu besuchen, muss aber nicht lange warten, um einen Dreschkasten der Trecker-Freunde in Aktion zu sehen. Im Rahmen des Bokeler Oldtimer-Trecker-Treffs am Sonntag, 9. September finden ebenfalls Vorführungen der historischen Maschine statt.

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