Rendsburger Hafen : Drei Tage sind Schiffe unerwünscht

Der Kreishafen steht vom 13. bis 15. Oktober im Zeichen des SH Netz Cups. Schiffe können den Hafen in dieser Zeit nicht anlaufen.
Der Kreishafen steht vom 13. bis 15. Oktober im Zeichen des SH Netz Cups. Schiffe können den Hafen in dieser Zeit nicht anlaufen.

Für den SH Netz Cup legt der Kreishafen eine „künstliche Arbeitspause“ ein – eine logistische Herausforderung für das Team.

shz.de von
27. September 2017, 11:17 Uhr

Im Kreishafen ist immer etwas los. Schiffe kündigen sich an und machen fest, sie werden beladen oder gelöscht. Vom 13. bis 15. Oktober jedoch herrscht Ruhe an der Kaimauer – allerdings nur in seetechnischer Hinsicht. Betriebsleiter Dieter Daxenberger und sein Team machen eine Pause für den SH Netz Cup. Der Kreishafen und die Freifläche an der Hochbrücke wird für zweieinhalb Tage in eine Sport- und Partymeile verwandelt.

Die „künstliche Arbeitspause“, wie Daxenberger sie nennt, muss hart erarbeitet werden. Denn die Nutzer des Hafen, zum Beispiel Ceravis, HaGe und die Team AG, sind auf den Betrieb angewiesen. Um Lieferketten nicht zu gefährden, werden vor und nach dem Cup mehr Schiffe abgefertigt als üblich. „Das können wir steuern“, sagt der Betriebsleiter. Aus dem „Hafenumlaufplan“ ist genau ersichtlich, wann welches Schiff eintreffen und wieder auslaufen soll. Alles ist exakt mit den Firmen abgestimmt. Daxenberger sieht keine Probleme: Alle Lieferanten, Produzenten und Logistiker seien sehr kooperativ und zögen an einem Strang. Wolfgang und Florian Berndt, die Organisatoren des Cups, sehen das genauso: „Ohne die Hilfe aller Beteiligten im Kreishafen könnte der Cup in dieser Form gar nicht stattfinden. Jeder hat Verständnis.“

Am Dienstag vor dem Cup gehen die eigentlichen Vorbereitungen der Hafencrew los. Die letzten Reste des Kalkmergelberges (derzeit 4500 Tonnen) müssen abtransportiert werden, ebenso mehrere hundert Tonnen Roheisen, die in einer Halle im östlichen Teil des Hafens lagern. Was viele nicht ahnen werden: Die Roheisenhalle wird während des Cups Teil des VIP-Zeltes, dann jedoch elegant dekoriert. Wo normalerweise schwere Fahrzeuge durchfahren, bauen Köche für den Cup das Buffet auf.

Auch den Kränen kommt während des größten Sportevents am Kanal eine besondere Bedeutung zu. Die Greifer werden abmontiert, stattdessen werden an ihnen in einer Höhe von sieben Metern die High-Tech-Lautsprecher befestigt, die die komplette Veranstaltungsfläche mit dem Bühnenprogramm beschallen sollen. Die von Computern gesteuerte Anlage stellt ein optimales Klangerlebnis sicher, ohne Rückkopplung und Nebengeräusche. Und die Montage in luftiger Höhe ist auch in anderer Hinsicht praktisch: Niemand kann über Kabel stolpern.

Es ist zwar noch viel zu tun, dennoch sieht Dieter Daxenberger dem Cup entspannt entgegen. Vieles sei mittlerweile ja Routine, sagt er. Der Umwelt- und Technikhof der Stadt fährt kurz vor dem offiziellen Start mit einer Kehrmaschine durch und reinigt die Veranstaltungsfläche, die Stromkästen werden vorbereitet, das Gras der Grünflächen geschnitten. Daxenbergers Crew reinigt sogar die Kräne. Das letzte Schiff muss am Donnerstagabend auslaufen.

Wenn der SH Netz Cup am Sonntagabend ausklingt, ist die Hafenbelegschaft schon wieder am Start. Als erstes müssen die Arbeiter die Greifer der Kräne bereitstellen. Das erste Schiff kann um 21 Uhr an der Kaimauer festmachen. Ab 6.30 Uhr am Montag wird die Ladung gelöscht.

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