Rendsburg : Drei Schutztunnel für die Schleife

Aalborgstraße: Das Korsett ist fertig, das Dach fehlt noch. Fahrzeuge und Fußgänger haben voneinander getrennte Tunnel.
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Aalborgstraße: Das Korsett ist fertig, das Dach fehlt noch. Fahrzeuge und Fußgänger haben voneinander getrennte Tunnel.

Die gemauerten Eisenbahn-Viadukte müssen saniert werden: Die Bahn schirmt Autofahrer und Fußgänger vor herabfallenden Bauteilen ab.

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08. Juni 2015, 17:00 Uhr

Altersschwache Brücken gibt es nicht nur entlang der A  7. Auch die gemauerten Viadukte nördlich und südlich der Eisenbahnhochbrücke gelten als zum Teil erheblich sanierungsbedürftig (wir berichteten). Mit dem Bau von Schutztunneln für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer nimmt die Deutsche Bahn in diesem Frühjahr ein Langzeitprojekt in Angriff, das voraussichtlich frühestens 2023 beendet sein und eine noch nicht bezifferte Millionensumme verschlingen wird.

Erst in vier Jahren will die Bahn in die Erneuerung der Brücken im Zuge der Schleife (vier) und auf Osterrönfelder Boden (zwei) einsteigen. Einen zeitlichen Vorlauf von drei Jahren benötigt das Unternehmen allein, um die Rendsburger Baustelle mit den anderen Gleisbauprojekten im Norden abzustimmen. „Nach derzeitiger Planung beginnen die Arbeiten für die Sanierung voraussichtlich 2019/2020“, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Im vergangenen Jahr war noch von einem Baubeginn in 2018 die Rede. Die Zeit bis dahin will die Bahn auch für umfangreiche Erkundungen der Brückensubstanz nutzen. „Erst nach Abschluss und Auswertung dieser Untersuchungen können konkrete Investitionssummen genannt werden.“

Zwei Varianten sind möglich: eine aufwändige Generalüberholung der Viadukte und der komplette Neubau. Ursprünglich hatte die Bahn die bogenförmigen Brücken durch Tunnel ersetzen wollen. Diese Pläne durchkreuzte das Landesamt für Denkmalpflege. Die Behörde stellte die Bauwerke unter Denkmalschutz. Die Viadukte seien „repräsentative Torbauten“ und „das steinerne Pendant zur stählernen Eisenbahnhochbrücke“. Die bis zu 30 Meter hohen Durchbrüche in der Schleife dienten nicht nur dem Verkehrsfluss, sondern öffneten in ihrer transparenten Gestaltung den Damm für Bewohner und Besucher des Rendsburger Stadtteils.

Um Höhe und Breite der Schutztunnel war im Bauausschuss diskutiert worden. Das Gremium hatte sich dafür eingesetzt, dass das Stahlkorsett in der Aalborgstraße so breit angelegt wird, dass Lastwagen und Pkw aneinander vorbei passen. „Ein Begegnungsverkehr in der Augustenburger Straße konnte nicht ermöglicht werden, da die Querschnittsbreiten der Straße diesen nicht zulassen“, sagt Frank Thomsen, Leiter Fachbereich Bau. Außerdem sei der entgegenkommende Verkehr an dieser Stelle gut einsehbar. Die Schutztunnel müssen voraussichtlich eine Dekade überstehen. Für die Sanierung der Viadukte veranschlagt die Bahn weitere vier Jahre – Minimum.

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