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Streik : Drei Kindergärten heute dicht: Streik-Welle erreicht Rendsburg

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Heute kein Betrieb in den Häusern Butterberg, Neuwerk und Kunterbunt. Bürgermeister spricht sich für Aufwertung des Erzieherberufes aus.

Gestiegene Anforderungen, verhaltensauffällige oder sozial benachteiligte Kinder, anspruchsvolle Eltern: Auch in Rendsburg steigt der Druck auf viele Erzieherinnen und Erzieher – ihre Entlohnung jedoch nicht. Das wollen die Gewerkschaften ändern. Heute findet in Hannover die vierte Tarifrunde mit den kommunalen Arbeitgebern statt. Um den Forderungen Druck zu verleihen, werden zeitgleich und erstmals seit Jahren städtische Kindertagesstätten bestreikt. Geschlossen bleiben die Einrichtungen Butterberg, Neuwerk und Kunterbunt. Der Warnstreik beschränkt sich auf den heutigen Donnerstag. Nicht betroffen ist die Kita Stadtpark, wo der Betrieb nach Angaben einer Mitarbeiterin von Mittwoch normal weiterlaufen soll.

Die Gewerkschaft Verdi fordert eine höhere Eingruppierung der bundesweit 240  000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst, was diesen Gehaltssteigerungen von durchschnittlich zehn Prozent einbrächte. Im Rendsburger Haushalt würde ein solcher Anstieg laut Bürgermeister Pierre Gilgenast geschätzte Mehrkosten von einer Viertel Million Euro Euro jährlich verursachen – 158  000 Euro für Erzieher und 90  000 Euro für sozialpädagogische Assistenten. Gilgenast hält eine Aufwertung des Erzieherberufs mit höheren Eingruppierungen und Gehaltssteigerungen für gerechtfertigt, „wenn der Anstieg maßvoll ist“. Für die Forderungen könne man nur großes Verständnis aufbringen, meint der Rendsburger Verwaltungschef. „Die Arbeitsbelastung in den Kindertagesstätten ist insgesamt angestiegen – unter anderem deshalb, weil der Gedanke der Integration und Inklusion eine viel größere Rolle als früher spielt.“

Sollte die Gewerkschafter Erfolg haben und die Beschäftigten in den Kitas künftig besser bezahlt werden müssen, sind nach Gilgenasts Einschätzung nicht zwingend höhere Kita-Gebühren die Folge. Darüber habe nach Abschluss der Tarifverhandlungen die Politik zu befinden. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass 80 Prozent der Eltern, deren Nachwuchs eine kommunale Kita besucht, von der Sozialstaffel-Regelung begünstigt werden.

In den Kitas rief die Streikankündigung unterschiedliche Reaktionen hervor. „Die meisten zeigten Verständnis, aber es gab auch berufstätige Eltern, die erbost waren, weil wir den Streik erst heute angekündigt haben“, sagte Nuri Hegner, die Leiterin der Kita Butterberg. Nur einer von 17 Beschäftigten in ihrer Einrichtung ist gewerkschaftlich organisiert und erhält Streikgeld – alle anderen nehmen durch den eintägigen Arbeitskampf Abzüge auf dem Gehaltszettel in Kauf. In den meisten anderen Kitas liegt die Quote der Mitarbeiter, die sich einer Gewerkschaft angeschlossen haben, deutlich höher.

Auch im Kreisgebiet wollen sich laut Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), einige Mitarbeiter am Ausstand beteiligen. Eltern müssten mit Beeinträchtigungen rechnen. Viele Kindergärten haben im Vorfeld über die Streiks informiert – so zum Beispiel in Felde, wo die Kita heute ebenfalls geschlossen bleibt.

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