Spende : „Drehbrücke“ gehört nun dem Museum

Zeichnung jetzt im Besitz des Museums: Barbara Lipsky-Post, Stefan Lipsky, Dr. Martin Westphal und Burkhard Tesche vom Förderverein (von links) mit dem Bild „Drehbrücke Rendsburg“.
Zeichnung jetzt im Besitz des Museums: Barbara Lipsky-Post, Stefan Lipsky, Dr. Martin Westphal und Burkhard Tesche vom Förderverein (von links) mit dem Bild „Drehbrücke Rendsburg“.

Bisher war die Kreidezeichnung von der Drehbrücke in den Rendsburger Museen eine Leihgabe. Jetzt haben Spenden den Ankauf ermöglicht.

23-28223279_23-59608425_1395919797.JPG von
31. März 2018, 09:00 Uhr

Rendsburg | Durch eine großzügige Spende von Stefan Lipsky und Barbara Lipsky-Post aus Holzbunge sowie durch die finanzielle Beteiligung des „Fördervereins für die Museen“ konnte das Historische Museum Rendsburg eine Ergänzung für seine Schifffahrtsabteilung kaufen. Es handelt sich um die großformatige, farbige Kreidezeichnung von Rudolf Laurent Klein (1908 bis 1977) mit dem Motiv „Drehbrücke Rendsburg“ aus den 1950-er Jahren.

„Das Motiv beeindruckt durch die stimmungsvolle Darstellung der Verkehrssituation an der 1961 außer Dienst gestellten Straßendrehbrücke Rendsburg in Höhe des Conventgartens und bereichert ab sofort unsere Dauerausstellung“, freute sich Museumsleiter Dr. Martin Westphal über den Erwerb. Das Bild ist allerdings kein „Neuling“ in der Präsentation. Als Dauerleihgabe eines Münchener Privatmanns hängt es dort bereits seit zehn Jahren. Als Bezahlung für eine Rechnung an einen Rendsburger Kaufmann kam es nach Bayern. Weil die „Drehbrücke Rendsburg“ an einer Münchener Wohnzimmerwand fehl am Platze ist, wollte der Besitzer das Bild an das Rendsburger Museum verkaufen. Als dieses Vorhaben nicht umgesetzt werden konnte, gab er das Werk als Leihgabe in die Ausstellung.

Viele Rendsburger hätten eine starke Beziehung zur Drehbrücke, stellte Westphal fest. „Sie ist eine Stadtikone.“ Aber sie sei auch immer wieder der Grund für lange Staus gewesen. Barbara Lipsky-Post verbindet viele Erinnerungen mit der Drehbrücke. „Meine Großeltern hatten eine Konditorei in der Königstraße. Immer wenn sich der Verkehr vor der Brücke staute, kamen die Autofahrer in die Konditorei und kauften ein oder blieben auf einen Kaffee. Das waren wunderbare Jahre für meine Großeltern.“

Anlässlich einer Familienfeier im „Schifffahrtsarchiv“ in Rendsburg stellten sie und ihr Mann eine Spendenbox auf, um Geld für das Museum zu sammeln. 1000 Euro konnte das Ehepaar nach der Feier an Dr. Martin Westphal übergeben. Weitere 500 Euro des Fördervereins für das Museum ermöglichten den Ankauf des Bildes.

Die Drehbrücke wurde nach der Eröffnung des Straßentunnels stillgelegt, demontiert und 1965 verschrottet. „Das wollten viele Rendsburger nicht wahrhaben“, bemerkte Westphal und scherzte: „Es halten sich bis heute Gerüchte, sie wäre bei Kappeln über die Schlei wieder aufgebaut worden oder sie führe über den Kongo in Afrika.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen