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Kommunalpolitik : Dramatischer Appell im Sozialausschuss

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Immer mehr Hausarzt-Praxen schließen und finden keinen Nachfolger. Die Suche nach Lösungen hat begonnen.

Ein Thema beherrschte gestern Abend die Diskussion im Sozialausschuss – der drohende Hausärzte-Mangel in Büdelsdorf und Rendsburg. Wie berichtet, sind 55 Prozent aller niedergelassenen Allgemeinmediziner älter als 60 Jahre. Während sie auf die Rente zusteuern, ist Nachwuchs weit und breit nicht in Sicht. „Es wird zum Kollaps kommen, und sie als Kommune können nur noch Schadensbegrenzung betreiben“, prognostizierte Dr. Wolfgang Reinke, seit 1977 Hausarzt im Ostlandhaus, den Ausschussmitgliedern.

Eindrücklich beschrieb der Facharzt für Allgemeinmedzin dem Gremium die Ausgangslage. „Noch vor einem halben Jahr hätte ich nicht gedacht, dass es so fürchterlich ist, wie es ist.“ Rendsburg stehe landesweit an der Spitze einer Fehlentwicklung, die viele Gründe habe und die man auf kommunaler Ebene nicht ändern könne. Dennoch komme es gerade jetzt auf lokale Ideen und Initiativen an. Ohne konkrete Vorschläge zu machen, forderte Reinke schnelles Handeln zusammen mit Büdelsdorf. „Es geht nur noch um Schadensbegrenzung. Die Zeit drängt. Uns fliegt das System in ein, zwei Jahren um die Ohren.“

Wie könnten Auswege aussehen? Dr. med. Manfred Schuckart, Vertreter des CDU-Ratsherren Wolfgang Naber, deutete drei Lösungsansätze an. In Mecklenburg-Vorpommern stellen Kommunen fertige Immobilien zur Verfügung und locken so junge Hausärzte an. „Das werden wir uns auch hier überlegen müssen.“ Beispiel zwei: In Ratzeburg gibt es ein Medizinisches Versorgungszentrum, das ans ortsansässige Krankenhaus angeschlossen ist. Ein Vorteil der Symbiose: Die Hausärzte werden als Angestellte der Klinik weitgehend von bürokratischem Ballast befreit. Als Drittes forderte Schuckart „politischen Druck“. Die Kassenärztliche Vereinigung habe einen Sicherstellungsauftrag und diesen auch zu erfüllen.

Der Sozialausschuss-Vorsitzende Helge Hinz (SPD) sagte sinngemäß, man habe den Ernst der Lage erkannt und werde sich weiter mit dem Thema befassen.

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erstellt am 24.Sep.2013 | 11:38 Uhr

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