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Werkstatt Hohenwestedt : Doppelt heilsames Wasser

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Abfüllhaus an der Quelle auf der Eggewiese in Nindorf soll im Juli fertig werden.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Ein Leuchtturmprojekt der Aktivregion Mittelholstein entsteht an der Kreisstraße 20 zwischen Nindorf und Luhnstedt: ein Abfüllhaus für Quellwasser, in dem zwölf Beschäftigte der Hohenwestedter Werkstatt Arbeit finden werden. Ein halbes Jahr nach der Grundsteinlegung muss der Einweihungstermin noch einmal verschoben werden. Weil eine der Baufirmen ihren Auftrag zurück gegeben hat und deshalb noch einmal frisch ausgeschrieben werden musste, kann die Einweihung statt wie geplant im Mai nun erst frühestens Anfang Juli gefeiert werden.

Vor 130 Jahren wurde auf der Eggewiese am Rande von Nindorf zwar erfolglos nach Erdöl gebohrt, dafür aber eine besondere Quelle entdeckt. Wasser, das wie hier allein durch den Druck des Grundwassers an die Oberfläche sprudelt, nennt man nach Artois (einem Ort im Norden Frankreichs) „artesisch“. „Das Besondere an diesem artesischen Wasser ist seine erstklassige Qualität“, weiß der Leiter der Hohenwestedter Werkstatt, Bernd Ramm: „Das ist sehr leichtes Wasser, das den Körper reinigt, besonders gut entschlackt und viel gesünder ist als normales Leitungswasser.“ Seit Hans-Detlef Häufle die Eggewiese samt Quelle im Jahre 2000 erwarb, gab es den Plan, das Quellwasser von Beschäftigten der Hohenwestedter Werkstatt abfüllen zu lassen und zu vermarkten. Ursprünglich wollte man das Wasser in Tanks nach Hohenwestedt bringen und dort in Flaschen füllen, wogegen allerdings die Lebensmittelbehörde ihr Veto einlegte: mit dem Hinweis auf eine EU-Verordnung, wonach reines Quellwasser nur direkt am Quellort abgefüllt werden darf. „Da bin ich dann sehr aktiv geworden, damit wir hier im Außenbereich und in der Nähe eines Naturschutzgebiets ein Gebäude bauen können, um das Wasser hier abzufüllen“, berichtet Ramm und hebt die große Unterstützung hervor, die er dabei von Ex-Amtsvorsteherin Edith Kühl und Amtsdirektor Stefan Landt erfahren hat. 2011 wurde das geplante Quellwasser-Abfüllhaus vom Landesbeirat der Aktivregionen als „Leuchtturmprojekt“ eingestuft, was mit der Zusage von Fördergeldern verbunden war: 270 000 Euro aus dem EU-Zukunftsprogramm „Ländliche Räume“. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf 800 000 Euro. Neben dem Abfüllhaus soll auch noch ein angegliedertes Informationszentrum zur Geschichte der artesischen Quelle entstehen, die von 1913 bis 1972 die Nachbargemeinde Remmels mit Wasser versorgte. „Da wollen wir die Besucher schwerpunktmäßig über die geologischen Formationen hier auf dem Nindorfer Höhenrücken informieren“, erläutert Ramm, „außerdem soll hier noch irgendwann ein Brunnen entstehen, wo die Besucher ein Glas unseres reinen Quellwassers probieren können.“ Diese Reinheit soll nicht durch Kohlensäure verfälscht werden, betont Ramm: „Unser Wasser wird es nur ohne Kohlensäure geben, denn wir wollen es nicht dadurch schädigen, dass es mit Kohlensäure in Verbindung kommt.“ Das Quellwasser aus Nindorf wird ab Juli unter der Bezeichnung „gut2“ vermarktet. Der Produktname, der zusammen mit einer Werbeagentur entwickelt wurde, nimmt auf den zweifach positiven Effekt des Projekts Bezug: „gut2“-Wasser ist gut für die Gesundheit der Konsumenten, und es ist auch gut für die Menschen mit Behinderung, die in Nindorf eine Beschäftigung finden. „Wenn man das Wasser trinkt, tut man für sich selbst etwas Gutes, aber auch für die behinderten Menschen, für die hier Arbeitsplätze geschaffen werden“, sagt Ramm, „wir sind jetzt gerade in der Phase, wo wir Vertriebspartner für unser Quellwasser gewinnen wollen.“

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