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Nortorf : „DoppelPASS“ – ein Rendezvous mit Joachim Gauck

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Team „DoppelPASS“ ist zum Sommerfest des Bundesopräsidenten ins Schloss Bellevue eingeladen. Sie freuen sich über die Anerkunng des ehrenamtlichen Enagements.

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erstellt am 26.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Als Thorben Schütt wie jeden Tag den Briefkasten leerte, traute er seinen Augen kaum, als der glänzende Bundesadler auf einem der Umschläge zu sehen war. „Das fand ich erst mal merkwürdig“, sagt der 38-Jährige. Nach dem Öffnen kam er aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: Eine Einladung des Bundespräsidenten zum Sommerfest ins Schloss Bellevue überraschte ihn. „Das musste ich erst mal sacken lassen.“

Seit neun Jahren ist Schütt Vorsitzender der Aktion Team „DoppelPASS“, die sich für krebskranke Kinder stark macht. Gemeinsam mit acht weiteren Mitgliedern werden Spenden gesammelt, die dabei helfen, den kranken Kindern Wünsche zu erfüllen. Dieses ehrenamtliche Engagement ist nun auch bis nach Berlin durchgedrungen. Gemeinsam mit Kollege Mirko Nitschmann geht es am 11. September Richtung Hauptstadt. „Wir sind sehr gespannt, was uns da erwartet“, gestehen Schütt und Nitschmann, „ob wir überhaupt mit Joachim Gauck ein Wort sprechen können oder nicht. Aber ein Foto mit ihm wäre schon toll.“

Die Einladung sehen die zwei als Anerkennung für ihre Arbeit an. „So eine Bestätigung ist einfach phänomenal“, sagt Mirko Nitschmann. Die eigentliche Bestätigung erhalten sie jedoch von den schwerkranken Kindern und deren Familien. „Die Dankbarkeit, die uns entgegengebracht wird, ist der Wahnsinn“, weiß Nitschmann. „Und genau daraus ziehen wir auch Kraft, weiterzumachen“, ergänzt Schütt.

Zu den Gründungszeiten des Teams „DoppelPASS“ spielten alle gemeinsam Fußball in Nortorf. Was damals mit drei Mitgliedern und einer kleinen Spendenbox an Spieltagen anfing, hat sich heute zu einer über die Grenzen Schleswig-Holstein bekannten Initiative entfaltet. Dass sich der Verein so stark entwickelt habe, hielten die Gründungsmitglieder damals nicht für möglich. „Wir sind da schon ein bisschen naiv rangegangen“, gesteht Thorben Schütt. „Aber zu sehen, was sich in den fast neun Jahren daraus ergeben hat, ist einfach der Wahnsinn.“ Aktionen wie der „DoppelPASS“-Cup wurden auf die Beine gestellt, etliche Sach- und Geldspenden gesammelt, Kontakte geknüpft und Träume der kranken Kinder erfüllt. In diesem Jahr fand erstmals auch ein großes Sommerfest im Tierpark in Neumünster statt (wir berichteten). „Da ging schon ein kleiner Wunsch von uns in Erfüllung“, freut sich Thorben Schütt.

Die Vernetzung des Vereins stimme: Kontakte werden ausgeweitet und Aktionen publik gemacht. „Dennoch passiert auch vieles im Stillen“, weiß Mirko Nitschmann zu berichten. So wurden beispielsweise Beerdigungs- oder Grabsteinkosten übernommen. „Einige Familien wollen auch nichts von uns annehmen, weil sie fürchten, Neider würden auf sie zukommen oder es werde getratscht in der Gemeinde“, berichten die beiden Familienväter. „Dabei muss man sich nur mal vorstellen, was für ein unfassbares Leid den Kindern, aber auch den anderen Familienmitglieder durch die Krankheit zugefügt wird.“ Es sei schwer, die Schicksale nicht mit nach Hause zu nehmen. „Da nimmt man seine Kinder gleich doppelt so doll in den Arm, auch wenn die mal Mist gebaut haben“, sagt Nitschmann.

Die Einladung ins Schloss Bellevue wollen die beiden Team-Kollegen aus Nortorf auch deshalb nutzen, um gegebenenfalls weitere Kontakte zu knüpfen. Doch eigentlich würden sich die Ehrenamtler lieber zur Ruhe setzen und den Verein auflösen. „Denn das würde bedeuten, dass der Krebs geheilt werden kann.“

 

 

 

 

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