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Haale : Doppelmord von Haale: Prozess beginnt im Oktober

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

29-jähriger Beringstedter muss sich vor dem Kieler Landgericht verantworten. Großes Interesse wird erwartet.

Der Prozessbeginn im Fall des Haaler Doppelmords steht fest. Der erste Verhandlungstag findet am 14. Oktober um 9 Uhr vor dem Kieler Landgericht statt. Verantworten muss sich ein 29-jähriger Mann aus Beringstedt. Er soll am 18. November zwei Frauen auf einem Resthof in Haale ermordet haben. Das Interesse an der Hauptverhandlung fällt vermutlich groß aus – der Fall hatte vor einem Jahr für große Aufmerksamkeit gesorgt.

Damit muss sich der mutmaßliche Täter nun rund elf Monate nach dem grausamen Doppelmord verantworten. Das Schwurgericht setzte für den Prozess im Schwurgerichtssaal (Raum 232) insgesamt zwölf Verhandlungstage fest. Die Termine reichen bis in den Januar des kommenden Jahres hinein. Mehr als 30 Zeugen sowie zwei Sachverständige sind geladen, wie eine Gerichtssprecherin auf Anfrage mitteilte. Damit bestätigt sich die Ankündigung, dass es sich um einen Indizienprozess handelt. Der Beringstedter war im Juli nach umfangreichen Ermittlungen wegen zweifachen Mordes angeklagt worden. Nach seiner Festnahme Ende November 2014 sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Neumünster in Untersuchungshaft. Seitdem schweigt er zu den Vorwürfen.

Die Anklage lautet auf heimtückischen Mord aus Habgier und zur Verdeckung einer Straftat. Außerdem wird dem 29-Jährigen Untreue und Brandstiftung vorgeworfen. Er soll in einem heftigen Streit um ein von den Opfern bezahltes, aber von ihm nicht geliefertes Auto, zunächst die 57 Jahre alte Tochter erschossen und dann deren zur Hilfe eilende 83-jährige Mutter erstochen haben.

Um seine Spuren zu verwischen, soll der Angeklagte am Tatort – einem Pferdestall – Strohballen angezündet haben. Ein vorbeifahrender Autofahrer bemerkte den Brand und alarmierte die Feuerwehr. Beim Löschen fand ein Feuerwehrmann die beiden toten Frauen hinter einer Stalltür. Der 29-Jährige wurde eine Woche nach der Tat von Spezialkräften der Polizei im knapp zehn Kilometer entfernten Beringstedt festgenommen. Er betreibt dort eine Autowerkstatt.

Das Verbrechen hatte eine ganze Region aufgewühlt. Die beiden Frauen lebten seit 1998 auf dem Anwesen am Rande Haales, zu dem Wohnhaus, Stall, Scheune und Koppeln gehörten. Sie betrieben dort einen „Gnadenhof“ für Pferde. Obwohl sie zurückgezogen lebten, wird der Prozess wegen der tiefen Bestürzung in der Bevölkerung nach der Tat auf großes Interesse stoßen. Zumindest in Haale sei der Fall noch nicht vergessen, sagte Bürgermeister Bernd Holm auf Nachfrage der Landeszeitung. „Es ist zwar schon ein bisschen Gras über die Sache gewachsen, aber die Bürger haben sich durchaus gefragt, wann der Prozess beginnt.“ Vor allem herrsche im Dorf Unsicherheit darüber, ob der Angeklagte auch wirklich der Täter ist.

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erstellt am 16.Sep.2015 | 09:41 Uhr

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