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Landeszeitung

21. Oktober 2017 | 18:19 Uhr

Haale : Doppelmord verängstigt die Region

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Noch keine heiße Spur bei Suche nach dem Täter der beiden in Haale getöteten Frauen. Die Menschen in der Umgebung sind verunsichert.

shz.de von
erstellt am 22.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Haale | Nach dem grausamen Mord an zwei Frauen in Haale herrscht im Ort und in den Nachbargemeinden große Unruhe. Noch immer ist der Täter auf freiem Fuß – und er ist offenbar bewaffnet. Deshalb haben viele Menschen in der Region Angst. Die Polizei hat jedoch noch keine heiße Spur.

„Wir setzen weiter darauf, Hinweise aus der Bevölkerung zu bekommen“, sagte die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß gestern. „Unsere Ermittler werden auch am Wochenende ihre Arbeit fortsetzen.“

Eine 83-Jährige und ihre 57 Jahre alte Tochter waren am Dienstagabend tot im Pferdestall ihres Resthofes am Ortsrand von Haale gefunden worden (wir berichteten). Der Täter hatte einen Brand im Stall gelegt, den die Feuerwehr aber schnell löschen konnte. Dabei wurden die toten Frauen entdeckt. Die Anklagebehörde hat 5000 Euro Belohnung für Hinweise zur Aufklärung des Gewaltverbrechens ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft konzentriert sich bei ihren Ermittlungen auf das Umfeld der Frauen. Inge S. und Regina F. betrieben einen kleinen „Gnadenhof“ für Pferde in dem Dorf in Mittelholstein. „Die Hintergründe des Verbrechens liegen weiterhin im Dunkeln“, sagte Heß. Was für eine Waffe der Täter benutzt hat und wie viele Schüsse er abgegeben hat, sagte sie nicht. Darüber mache sie aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben, hieß es zur Begründung.

„Es herrscht viel Unruhe im Dorf“, sagte Landwirt Otto Reimers aus dem Nachbarort Brinjahe zur Landeszeitung. Er hatte die Pferde nach dem Brand im Stall zunächst bei sich aufgenommen. Gestern hat der Sohn von Inge S. die Tiere von dem provisorischen Quartier auf einen Hof in Hamweddel bringen lassen. Der Sohn lebt in Hamburg. „Ich habe Regina seit 20 Jahren gekannt“, sagte Otto Reimers. Zuerst habe sie in Jevenstedt gewohnt, dann in Brinjahe und später dann bis zuletzt in Haale. Sie und ihre Tochter hätten zwar zurückgezogen gelebt, doch „sie haben sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen“, sagte er. Niemand könne sich die Tat erklären. „Einige im Dorf haben auch Angst. Das ist nicht ohne, wenn Menschen so grausam sterben“, sagte Reimers.

Die Umstände der Tat beunruhigen auch Otto Harders, Bürgermeister von Todenbüttel. „Alles deutet auf einen gewaltbereiten Täter hin“, sagte er. Dadurch komme Unsicherheit auf. „Wir machen uns hier auch unsere Gedanken, ob der Täter vielleicht aus der Umgebung kommt. Dann ist auch etwas Angst dabei, dass sich so etwas auch bei uns ereignen könnte“, sagte Harders.

In Lütjenwestedt machen sich viele Einwohner ebenfalls Sorgen, bestätigte Bürgermeister Björn Baasch. „Es ist erschreckend, dass sich die Tat in der Nachbarschaft abgespielt hat“, sagte er. Verunsicherung herrsche, weil das Motiv des Täters noch nicht klar sei. Wenn es sich um Raubmord gehandelt habe, könne es sein, dass weiterhin Gefahr bestehe.

Der stellvertretende Kreisjägermeister Thore Lohse lebt mit seiner Familie in Haale. Er glaubt nicht, dass es sich bei der Tatwaffe um ein großes Kaliber gehandelt haben kann. Wenn der Täter eine Jagdwaffe verwendet hätte, wäre das Lohse zufolge auch ohne Obduktion der Leichen erkannt worden. Darüber lässt sich ihm zufolge kein Bezug zu Jägern herstellen.

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