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Ermittlungen : Doppelmord in Haale: Kfz-Werkstatt durchsucht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Firmen-Chef (28) wird von der Mordkommission vernommen. Er war in der Tatnacht auf dem Pferdehof der beiden getöteten Frauen.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2014 | 13:48 Uhr

Haale | Im Fall des Doppelmordes auf dem Pferdehof in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hat es eine Durchsuchung gegeben. Im Visier der Beamten: Eine kleine Kfz-Werkstatt in Beringstedt. Das berichten Bewohner des Ortes übereinstimmend. Der junge Firmen-Chef (28) soll von der Mordkommission vernommen worden sein.

Eine Festnahme hat es nicht gegeben. „Die Kripo ermittelt weiter auf Hochtouren“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Gestern kamen Mantrailer-Hunde zum Einsatz, die vom Tatort offenbar der Spur des Mörders folgten.

Der Fall ist mysteriös: Feuerwehrleute hatten auf dem Resthof am Ortsrand von Haale die Leichen von Inge S. (83) und ihrer Tochter Regina F. (57) entdeckt, als sie vergangenen Dienstagabend zu einem Feuer im Pferdestall gerufen wurden. Beide Frauen wurden erschossen. Mittlerweile sind weitere grausige Details des Verbrechens bekannt geworden. Der Mörder benutzte nicht nur eine Schusswaffe – auf Mutter und Tochter soll auch mit einem Messer eingestochen worden sein.

Wie geriet der Werkstatt-Chef in den Fokus der Ermittlungen? Sein Firmenfahrzeug, ein schwarzer Opel Corsa, stand in der Brandnacht neben dem Pferdestall. Zu den Ermittlern soll der junge Mann gesagt haben: „Ja, ich war dort.“ Ein Bekannter von ihm erklärt, warum: „Den beiden Frauen ging es finanziell nicht gut. Da sie sich kein eigenes Auto mehr leisten können, hat er ihnen den Corsa geliehen.“

Die Durchsuchung seiner Firma soll der Werkstatt-Chef kreidebleich verfolgt haben. Er sei tief betrübt, dass er als ein regelmäßiger Besucher des Pferdehofs und der beiden Frauen in Verdacht geraten sei, berichtet der Bekannte. „Er ist ein ruhiger Typ, der nie Streit sucht.“ Außerdem habe er mit seiner Freundin gerade eine Familie gründen wollen.

Regina F. hinterlässt eine Tochter und einen Sohn. Sie war 1998 nach ihrer Scheidung aus Hamburg nach Haale gezogen und betrieb gemeinsam mit ihrer Mutter einen kleinen „Gnadenhof“ für Pferde. Außerdem züchtete Regina F. zeitweise Noriker, das sind österreichische Kaltblüter. „Beide nahmen kaum am Dorfleben teil und kümmerten sich nur um die Pferde“, berichten Nachbarn. Glücklich waren die beiden Frauen in Haale nicht. Sie versuchten, den Resthof zu verkaufen, hatten schon einen Makler beauftragt.

Zur Aufklärung des Doppelmordes sind 5000 Euro Belohnung ausgesetzt. Die Schwierigkeit: Beide Tatwaffen sind noch nicht gefunden. Polizisten haben bereits alle Waffenbesitzer in der Gegend aufgesucht, sich deren Schusswaffen zeigen lassen. Vermutet wird der Doppelmörder im örtlichen Umfeld der Opfer: Der scharfe Rottweiler von Regina F. soll in der Tatnacht nicht gebellt haben. Dies könnte dafür sprechen, dass Täter und Opfer sich kannten. Vermutlich um seine Spuren zu verwischen, legte der Mörder nach der Tat Feuer. Da er nur einen Rundballen Stroh anzündete, konnten die Flammen jedoch schnell gelöscht werden.

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