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Prozess in Kiel : Doppelmord in Haale: Hat der Angeklagte ein Alibi?

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Zwei Freunde geben dem 29-Jährigen ein Alibi. Wie glaubwürdig es ist, müssen die Richter entscheiden.

shz.de von
erstellt am 30.Nov.2015 | 16:09 Uhr

Kiel/Haale | Im Prozess um den Doppelmord an zwei Frauen auf einem Pferdehof in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) haben am Montag zwei Kumpel dem Angeklagten möglicherweise ein Alibi gegeben. Nach ihren Aussagen waren sie zu der Tatzeit am Abend des 18. November 2014 mit dem 29-Jährigen in dessen Werkstatt. Sie hätten ihn auch an diesem Abend wegen einer Reparatur aufgesucht, sagten die Männer am Montag vor dem Kieler Landgericht.

Wegen des Doppelmordes an der 57-jährigen Hofbesitzerin und ihrer 83 Jahre alten Mutter muss sich ein hochverschuldeter 29-jähriger Kfz-Mechatroniker verantworten. Ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Er soll die Frauen im Streit um 7900 Euro für einen bezahlten, aber von ihm nicht gelieferten Transporter getötet haben.

Auf Nachfragen zu weiteren Details mussten sie aber passen: „Kann sein“ und „Weiß nicht mehr genau, ist ja schon ein Jahr her“, erwiderten sie. Auf die Frage, warum er das nicht auch schon vor einem Jahr vor der Polizei ausgesagt habe, meinte der jüngere ohne weitere Erläuterungen: „Um meinen Arsch zu retten.“

Sowohl er als auch sein Onkel hatten bei ihrer Vernehmung im Gerichtssaal einen Rechtsanwalt an ihrer Seite. Gegen den Jüngeren wurde auch im Zusammenhang mit dem Verbrechen ermittelt. Derzeit laufen gegen ihn und den Angeklagten noch Ermittlungen wegen Diebstahls und Hehlerei.  

Beide Zeugen waren von der Verteidigung benannt worden. Sie will Freispruch erreichen. Ein Gerichtsmediziner hatte zuvor berichtet, dass im Wagen des Angeklagten Blut von einer der getöteten Frauen sichergestellt wurde. Der Angeklagte selbst schweigt in dem Indizienprozess.

Wie genau die Frauen getötet wurden, ist noch nicht eindeutig geklärt. Am vergangenen Freitag hatte eine Rechtsmedizinerin dazu ausgesagt. Es habe überall Blutspuren gegeben. Die Leichen der 57-jährigen Hofbesitzerin und ihrer 83-jährigen Mutter waren demnach stark verkohlt und rochen stark nach Benzin.

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