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Haale : Doppelmord: Dringender Tatverdacht bestätigt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Oberlandesgericht Schleswig hat die Haftgründe gegen Beringstedter geprüft. Jetzt wird der Indizienprozess erwartet.

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2015 | 13:48 Uhr

Im Fall des Doppelmords von Haale verdichtet sich der Verdacht gegen den Mann aus Beringstedt, der seit rund einem halben Jahr in Untersuchungshaft sitzt. Das Oberlandesgericht hat bestätigt, dass gegen ihn ein dringender Tatverdacht besteht. Oberstaatsanwältin Birgit Heß rechnet damit, dass in ihrer Behörde noch in diesem Monat die Entscheidung fällt, ob Anklage erhoben wird.

Die Entscheidung des Zweiten Strafsenats des Oberlandesgerichts in Schleswig stammt vom 1. Juni. „Der Senat hat den dringenden Tatverdacht bejaht“, sagte Dr. Christine von Milczewski, Richterin und Pressesprecherin am Oberlandesgericht, auf Nachfrage der Landeszeitung. „Der Tatverdächtige befindet sich seit sechs Monaten in Untersuchungshaft. Nach diesem Zeitraum erfolgt immer eine Prüfung, ob die Haftgründe noch weiter bestehen“, sagte sie.

Der Beringstedter steht in Verdacht, im November 2014 eine 83-jährige Frau und deren Tochter (57) getötet zu haben. Beide wurden von Feuerwehrleuten tot im Stall ihres Resthofes in Haale gefunden. Wie sich später herausstellte, waren sie erschossen worden. Die Feuerwehr wurde damals alarmiert, weil im gleichen Gebäude ein Strohballen brannte. Vom Täter fehlte jede Spur. Der Mord löste großes Entsetzen in der Gemeinde und der Region aus (wir berichteten).

Eine Woche später wurde ein 28-jähriger Mann aus Beringstedt festgenommen. Der Haftbefehl lautete damals auf zweifachen Mord. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft in Neumünster. Zu den Vorwürfen schweigt er weiterhin. „Nach der derzeitigen Lage läuft es auf einen Indizienprozess hinaus“, sagte Christine von Milczewski. Sie wies darauf hin, dass die Unschuldsvermutung weiterhin gilt. „Der Fall ist noch nicht bei Gericht und es ist auch noch niemand überführt“, betonte sie. Es sei nach einem halben Jahr jedoch „sehr genau zu prüfen, ob Verdächtige weiter festgehalten werden können“. Erst im Strafverfahren werde sich zeigen, ob der Verdächtige verurteilt wird. „Es liegen Indizien vor“, sagte von Milczewski. Und zwar viele: „Es handelt sich um ein umfangreiches Ermittlungsverfahren mit zahlreichen Zeugenvernehmungen.“ Ein Indiz sei, dass der Beringstedter noch eine Stunde, bevor die beiden Frauen zu Tode gekommen sein müssen, am Tatort gewesen sei. Weitere Angaben könne sie nicht machen. Der Mann werde demnächst angeklagt.

Birgit Heß bestätigte, dass es sich um einen Indizienprozess handelt. Es gibt offenbar so viele Hinweise, dass die Anklageerhebung verschoben werden musste. Vor rund einem Monat hatte die Oberstaatsanwältin den Abschluss der Ermittlungen für Ende Mai angekündigt. Nun rechnet sie damit, dass die Ermittlungen im Juni abgeschlossen werden. Der zuständige Dezernent prüfe derzeit noch den Abschluss. Wann eine Anklage nach positiver Prüfung vor dem Landgericht Kiel erfolgt, sagte Heß nicht.

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