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Landeszeitung

18. Oktober 2017 | 19:21 Uhr

Doch weniger Flüchtlinge für den Kreis

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Verwaltung senkt ihre Prognose von 5000 auf 3500

shz.de von
erstellt am 26.Nov.2015 | 00:32 Uhr

Atempause für die Gemeinden: Bis zum Ende des Jahres kommen im Kreis Rendsburg-Eckernförde weit weniger Flüchtlinge an als bisher gedacht. Die Verwaltung hat ihre Prognose erstmals gesenkt. Sie rechnet nun nicht mehr mit 5000 Asylbewerbern, sondern nur noch mit 3500. Darüber hat sie die Städte und Ämter gestern informiert, die nun nicht mehr so viele Menschen aufnehmen müssen. Einige haben ihr Soll damit bereits erfüllt. Kreisverwaltungsdirektor Dr. Thilo Rohlfs sagt jedoch: „Das ist kein Signal zur Entwarnung.“

Die Verwaltung hatte ihre Prognosen seit knapp zwei Jahren immer wieder angehoben – Anfang Oktober auf den Höchstwert von 5000. Die ersten Anzeichen einer leichten Entspannung folgte Ende des gleichen Monats, als klar wurde, dass die Zugänge nicht mehr an die Zahl des Vormonats heranreichte. Von Oktober auf November stieg die Zahl zwar wieder von 340 auf 550, „aber nicht so stark, dass wir die 5000 bis Ende des Jahres erreichen werden“, sagte Thilo Rohlfs gestern zur Landeszeitung.

Hintergrund der Abschwächung ist, dass das Land die Kapazitäten der Erstaufnahme ausgebaut hat. „Deshalb kommen nicht mehr so viele Menschen an“, so Rohlfs. Zudem sind „von den bisher im Jahresverlauf in Schleswig-Holstein angekommenen 42  000 Flüchtlingen aufgrund eines überdurchschnittlich schnellen Registrierungskonzeptes lediglich rund 28  000 Personen“ geblieben, heißt es in dem Schreiben an die Kommunen. Die übrigen 14  000 seien auf andere Bundesländer verteilt worden. Das hat zur Folge, dass weit weniger Flüchtlinge zur Unterbringung den Ämtern und Städten zugewiesen werden. Einige haben bereits so viele Menschen aufgenommen, dass sie ihre Quoten annähernd erfüllen (siehe Info-Kasten). Zum Stichtag 24. November hat das Amt Hüttener Berge zum Beispiel 186 Menschen aufgenommen – 187 müssen es nach derzeitigem Stand bis zum Jahresende sein. Anfang Oktober lautete die Prognose für das Amt noch, dass es 266 Asylbewerber hätte aufnehmen müssen. Auch das Amt Jevenstedt ist mit 137 untergebrachten Menschen nah am Soll von 145. Nach der alten Schätzung wären es 210 gewesen.

Katharina Artmann von der Fachgruppe Zuwanderung weist jedoch „dringend darauf hin“, dass „die Quotensenkung nicht als dauerhafte Entlastung oder gar ‚Trendwende‘ zu werten ist“. Der Zustrom an Flüchtlingen sei ungebrochen. Die Prognose könne auch kurzfristig wieder geändert werden. Laut Thilo Rohlfs muss mit der monatlichen Zahl von rund 550 auch über den Jahreswechsel hinaus gerechnet werden.

Rohlfs glaubt indes nicht, dass die Senkung der Prognose zu Leerstand von Wohnräumen für Flüchtlinge führt. Als der Zustrom im Oktober abebbte, hatten sich Gemeinden darüber beschwert, dass in die mit Mühe besorgten Wohnungen niemand einziehen konnte – das belastete die Kassen. „Das Risiko sehen wir nicht. Wer viel Wohnraum zur Verfügung hatte, ist in den vergangenen Wochen bevorzugt bedient worden“, sagte Rohlfs.

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