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Rendsburg : Diskussion um die beste Unterbringung für „Wuschel“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das verletzte Fundtier ist seit gestern im Tierheim, obwohl Ersthelferin Saskia H. die Hündin gern behalten hätte.

Rendsburg | „Wir wollen nur das Beste für das Tier“ – diese Motivation ist der gemeinsame Nenner all jener, die sich um das Wohlergehen des kleinen Fundhundes „Wuschel“ sorgen, der am vergangenen Donnerstag von sich Reden gemacht hat (wir berichteten). An der Frage, was genau nun das Beste für die Hündin ist, scheiden sich die Geister.

„Bedauerlich und traurig“ nennt Marc Nadolny, der Vorsitzende des Tierschutzvereins Rendsburg und Umgebung, die neuesten Entwicklungen im „Fall Wuschel“. Er und sein Team sehen sich einem Sturm der Entrüstung gegenüber, weil die kleine Hündin nun ins Tierheim geholt wurde.

Was bisher geschah: Am Donnerstagabend hatten sich mehrere freiwillige Helfer über Facebook organisiert und gemeinsam nach der freilaufenden und verletzten Hündin gesucht, sie eingefangen und in eine Pflegefamilie gegeben. Dort, im Haushalt von Saskia H., blieb „Wuschel“ nach Absprachen mit dem Tierheim über das Wochenende. H. ist jedoch keine anerkannte Pflegestelle des Tierheims, so dass sich Nadolny und sein Team dazu entschlossen, die an beiden Vorderbeinen verletzte Hündin im Tierheim gesund zu pflegen.

„Wir sind darauf ausgerichtet und haben Erfahrung mit verletzten Hunden“, so der Vorsitzende des Tierschutzvereins. „So gesehen ist der Fall ,Wuschel’ für uns fast Standard.“ Da sich der Eigentümer bisher nicht gemeldet hat, ist es Aufgabe des Ordnungsamtes, den Hund zu verwahren. Damit wurde das Tierheim vom Amt beauftragt. Von seinem Aufenthaltsbestimmungsrecht macht das Tierheim jetzt Gebrauch. Es nimmt die junge Hündin in die eigene Obhut.

Dies gestaltete sich jedoch als kompliziert. Zwei Mitarbeiter des Tierheims fuhren gestern Mittag zu Saskia H., um den Hund abzuholen. Als „sehr unschön“ beschrieb eine Mitarbeiterin die Szenen, die sich dort abspielten. Mehrere Menschen hatten sich vor dem Haus versammelt, um die Tierheimmitarbeiter davon zu überzeugen, dass „Wuschel“ bei Saskia H. besser untergebracht sei. Während H. selbst nach Angaben der Mitarbeiter „toll und souverän“ auftrat, seien andere aggressiv geworden und hätten die Mitarbeiter beschimpft. „Diskutieren nützte da nichts. Es war, als hätten wir gegen eine Wand geredet“, sagte die Mitarbeiterin. „Wir wollen dem Hund doch nichts Schlechtes, und trotzdem werden wir als die Bösen hingestellt.“ Nadolny ergänzte: „Man sollte sich überlegen, ob man eine Welle der Empörung lostritt gegen eine Institution, die Tieren hilft – und das nicht nur in diesem speziellen Fall, sondern immer.“

Angesichts der Entscheidung der Tierheimmitarbeiter bot sich Saskia H. gestern, entgegen ihrer zunächst geäußerten Meinung, doch als dauerhafte Halterin für „Wuschel“ an. Sie sagte: „Die Kleine braucht den Menschenbezug. Hier kann sie in der Familie sein und stubenrein werden“. Hingegen ist die Tierheimmitarbeiterin der Meinung, dass „Wuschel“ es im Tierheim ruhiger haben werde, schließlich leben in der Wohnung von H. nicht nur zwei weitere Hunde, sondern auch ein Kleinkind.

Im Tierheim ist die Hündin nun mit fünf anderen Hunden zusammen, um die sich fünf Mitarbeiter kümmern. Bevor sie weitervermittelt wird, soll „Wuschel“ sich auskurieren und zur Ruhe kommen, betonte Nadolny. Das könne zwei bis vier Wochen dauern, schätzt er. Dann könne in Ruhe nach einem geeigneten neuen Zuhause gesucht werden. Dafür seien mehrmalige Besuche der Interessenten nötig, um Kontakt zu dem Hund aufzubauen. Zunächst steht aber die Genesung des Tieres im Vordergrund. Heute wird eine Tierärztin „Wuschel“ untersuchen.

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erstellt am 18.Nov.2014 | 09:41 Uhr

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