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Sturmschäden beseitigt : „Dinosaurier“ im Diakoniewald

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mit einer Baum-Erntemaschine werden in Kropp die Schäden beseitigt, die die Orkane Xaver und Christian angerichtet haben. Das Gerät ist rund 21 Tonnen schwer und verarbeitet ungefähr einen Baumstann pro Minute.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 00:00 Uhr

Wie ein Dinosaurier steht er im Kropper Diakoniewald und frisst massenweise Baumstämme: Harvester, zu Deutsch Erntemaschine, heißt dieses voll mechanisierte Ungetüm. Das 21 Tonnen schwere Gerät verarbeitet ungefähr einen Baumstamm pro Minute. Auf 30 Hektar Diakonie-Waldfläche ist der Harvester seit drei Wochen im Einsatz, um die Schäden, angerichtet von den Stürmen Christian und Xaver, zu beseitigen.

„In ganz Schleswig-Holstein gibt es ungefähr 15 Firmen, die solche Fahrzeuge vermieten. Aber die sind im Moment alle ausgebucht, deshalb haben wir dieses Gerät aus Niedersachsen geholt“, erklärt Rolf-Martin Niemöller. Er ist bei der Forstbetriebsgemeinschaft mittlerer Ochsenweg beschäftigt. Jürgen Schröder, technischer Leiter beim Diakoniewerk, hat den Fachmann als Berater zur Hilfe geholt.

„Sturm Christian kam zu früh, viele Laubbäume hatten noch Blätter, deshalb sind sie umgefallen. Ohne Blätter hätten die Stämme viel mehr ausbalancieren können“, sagt Niemöller. Insgesamt 1500 Kubikmeter Sturmholzschäden habe der Orkan im Wald der Diakonie hinterlassen. Inzwischen ist der Wald mit dem alten Baumbestand wieder für Bewohner des Diakoniewerks, Besucher, Wanderer und Jogger freigegeben.

Sven Haar und Norbert Neumann, beide aus Rotenburg an der Wümme, haben den komplizierten „Harvester“ und sein Begleitfahrzeug, einen so genannten Rückezug, im Griff. „Ungefähr zwei Jahre braucht man, um die Maschine voll zu beherrschen, denn jeder Baum ist anders und für jede Baumart gibt es im Cockpit einen eigenen Knopf“, erklärt Haar. Dies sei sensible Technik, die viel Präzision erfordere.

Die 160 PS starke Maschine kann die Bäume in einem Arbeitsgang packen, absägen, entasten und auf die gewünschte Länge schneiden. „Eine nagelneue Maschine kostet um 340 000 Euro“, erzählt Neumann. Allein das Aggregat am Ende der Maschine, das wie eine große Greifzange aussieht, kostet 75 000 Euro. Ein Rückegerät (Forwarder, ein grüner Timberjack 1110), sammelt das Holz anschließend auf und sortiert es nach Längen. Die 165 Pferdestärken starke Maschine wiegt beladen bis zu 25 Tonnen.

Der 50 Hektar umfassende Diakoniewald, in dem es 20 bis 30 verschiedene Baumarten gibt, ist stark getroffen worden. Auch am Baumlehrpfad sind einige Bäume umgestürzt. Nun muss dieser neu ausgeschildert werden.

„Momentan sind wir immer noch dabei, die Schäden zu beseitigen und das Holz zu vermarkten. Dann können wir frühstens nächstes Jahr ans Aufforsten denken“, erklärt Schröder. „Bereits ähnliche Schäden sind bei einem Herbststurm im Oktober 1967 aufgetreten, da sind auch etliche Laubhölzer umgefallen. Bei einem Sturm im Januar 1993 waren überwiegend Nadelhölzer betroffen“, berichtet Niemöller. Seit diesem Zeitpunkt werden die Harvester regelmäßig eingesetzt.

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