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Rund ums Schaf - Folge 5 : Diese Hütehunde sind Meister ihres Fachs

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eckhard Sievers trainiert Border Collies und gewann zahlreiche Wettbewerbe. Die Hunde wurden vor 150 Jahren speziell zum Schafehüten ausgebildet.

Was ein perfekter Hütehund können muss, weiß in ganz Deutschland niemand besser als Eckhard Sievers. Schon neun Mal haben Border Collies aus Meggerdorf nach der nationalen Hütehundwettkampfsaison mit ihren zehn Qualifikationsturnieren die deutsche Jahresrangliste angeführt – was für Sievers stets mit einer besonderen Ehre verbunden war, denn so durfte er schon neun Mal als deutscher Teamkapitän zu Europa- und Weltmeisterschaften reisen.

Vor etwa 550 Jahren begann man im englisch-schottischen Grenzgebiet (Englisch: Borders) mit der Zucht des Border Collies. 1873 organisierten die Schaf-Farmer erstmals einen Hütehunde-Wettbewerb. „In diese Trials hat man Alltagssituationen aus der Praxis einfließen lassen“, erläutert Sievers, „die Hunde müssen einen Parcours absolvieren, werden nach einem Punktesystem bewertet – und nur die Besten werden dann für die Zucht verwendet.“ Das Ergebnis: Die „intelligenteste Hunderasse der Welt“, wie Sievers feststellt. „Ein Border Collie kann bis zu 250 Langzeitbefehle verarbeiten.“ In der Praxis benötige man davon lediglich ein halbes Dutzend, um den Hund mit Ruf- oder Pfeifkommandos nach links oder rechts zu dirigieren oder sein Tempo zu regulieren. „Wenn ein Hund perfekt ausgebildet ist, kann man ihn wie einen Joystick bedienen.“

Border Collies sind dem zweibeinigen Schafhüter grundsätzlich überlegen. „Der Hund kann die Tiere viel besser lesen als der Mensch“, vermerkt Sievers, Border Collies sind Arbeitstiere. „Diese Hunde kann man jederzeit anknipsen, bei der Arbeit können sie selbst kein Maß finden, sie würden bis zur totalen Erschöpfung weiterarbeiten und ihren Herrn nie im Stich lassen.“

Bei den Trials muss der Hund zeigen, dass er die beim Schafehüten benötigten Arbeitsschritte beherrscht: eine Herde „aufnehmen“, in gebührendem Abstand umrunden, auf ein markiertes Feld oder in einen Pferch treiben und sogar markierte Tiere aus einer Herde herausholen. Bei normalen Trials arbeiten die Hunde mit fünf Schafen, in Finalwettkämpfen mit zwei zehnköpfigen Herden gleichzeitig.

Für Sievers steht fest: „Wenn die Genetik stimmt, kann ein guter Hundeführer jeden Hund auf Champions-Niveau bringen.“ Genau das praktiziert der Meggerdorfer gerade mit seinem neuesten Hoffnungsträger, dem zweijährigen „Cap“, den er sich im Welpenalter in Schottland gekauft hat und dessen Stammbaum „Championsblut ohne Ende“ aufweist.

Trail-Saison mit drei Top-Hunden

> Ein guter Hütehund ist einer, der sich bei Hütewettkämpfen bewährt. Diese Wettkämpfe – auf Englisch: Trials – werden seit fast 150 Jahren genau zu dem Zweck veranstaltet, bei den Hütehunden die rassetypische Spreu vom Weizen zu trennen.

> Border Collies sind Hütehunde par excellence. „Dem Border Collie wurden bestimmte Instinkte angezüchtet, damit er wiederkehrende Arbeiten für den Menschen erledigen kann“, erklärt Eckhard Sievers.

> Sievers Border Collie „Joe“ ist drei Jahre alt. In seiner ersten Wettkampfsaison 2014 wurde er auf Anhieb Deutscher Vizemeister und verdrängte seinen eigenen Vater „Sid“ (sieben Jahre) auf den dritten Podiumsplatz.

> Mit „Sid“ hat Sievers zwei Deutsche Meisterschaften gefeiert (2011 und 2013).

> „Joes“ Mutter „Lyn“ war dreimal Deutsche Vizemeisterin und bei sieben Europameisterschaften sowie zwei Weltmeisterschaften am Start.

> 2005 sorgte Sievers in Trial-Kreisen für Furore, als er bei der WM in Irland gleich mit zwei Hunden bis ins Halbfinale vordrang.

> Mit „Sid“, „Joe“ und „Cap“ geht er nun mit drei Top-Hunden in die neue Trial-Saison. „Mein großes Ziel ist die WM 2017 in Holland.“



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