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AktivRegion : Diese beiden Herren haben Millionen zu vergeben

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Vorstand der AktivRegion der Eider- und Kanalregion Rendsburg bereitet sich auf neue Förderperiode vor.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2013 | 14:16 Uhr

Die erste Förderperiode war ein voller Erfolg, die zweite soll es ebenfalls werden. Ab 1. Januar 2015 können die 24 Gemeinden der Eider- und Kanalregion wieder auf einen Geldregen aus Brüssel hoffen. Im Rahmen des Programms AktivRegion sollen nach dem derzeitigen Diskussionsstand etwa drei Millionen Euro in Projekte fließen, die die Zukunftsperspektiven der beteiligten Gemeinden stärken. Die Sache hat nur einen Haken: Um als AktivRegion anerkannt zu werden, müssen die Beteiligten eine komplexe und gleichzeitig überzeugende Entwicklungsstrategie vorweisen. Dazu ist die Mitarbeit aller Gemeinden erforderlich – und dafür ist nur noch bis zu den Sommerferien Zeit.

Gero Neidlinger, Vorsitzender der AktivRegion, und Geschäftsführer Marco Neumann sind derzeit in den Gemeinden unterwegs, um Aufklärungsarbeit zu leisten und den Sinn des Förderprogramms zu verdeutlichen. In der ersten Förderperiode von 2007 bis zum 31. Dezember 2013 flossen bereits drei Millionen Euro in 51 Projekte. Da die Fördergelder immer nur eine Teilfinanzierung darstellten und die Gemeinden auch selbst erhebliche Gelder in die Hand nehmen mussten, ist das tatsächliche Investitionsvolumen der Projekte viel höher. Es beläuft sich auf insgesamt 7,3 Millionen Euro.

Für die künftige Förderperiode, die 2020 endet, muss sich die Region neue Ziele setzen. Dabei gibt es vier thematische Leitplanken: Energiewende/Klimaschutz, Daseinsvorsorge, Wachstum/Innovation sowie Bildung. In Workshops, die im März und April stattfinden werden, sollen die Gemeinden daraus Kernthemen ableiten, die sie in der nächsten Förderperiode anpacken wollen. Ein Beispiel: Aus dem Thema Wachstum lässt sich das Kernthema „Stärkung des Tourismus“ ableiten, was dann wiederum mit konkreten Projekten mit Leben gefüllt werden muss. Theoretisch könnte man sich dabei darauf verständigen, den Umbau von Resthöfen in Ferienhotels finanziell zu unterstützen. Alle Ergebnisse fließen in die Entwicklungsstrategie ein, die nach der Sommerpause von allen Gemeindevertretungen abgesegnet und im Herbst vom Umweltministerium geprüft und gebilligt werden muss. Erfüllt die Entwicklungsstrategie die Qualitätsanforderungen des Ministeriums, wird die Region als AktivRegion anerkannt. Gero Neidlinger empfiehlt allen Gemeinden dringend, sich darüber Gedanken zu machen, „was sie bis zum Jahr 2020 erreichen wollen“. Denn nur die Kernthemen, die in der Entwicklungsstrategie enthalten sind, können gefördert werden. Nachzügler hätten das Nachsehen.

Neidlinger, zugleich Bürgermeister von Borgstedt, kennt sich mit den Vorgaben aus Kiel und Brüssel gut aus. Seine Heimatgemeinde profitierte in der jetzt zu Ende gehenden Förderperiode erheblich davon. Borgstedt hatte sich das Ziel gesetzt, den demographischen Wandel zu bewältigen – und gab daraufhin die Devise aus, ein Mehrgenerationendorf zu werden. „Wir haben innerhalb von drei Jahren 100 Einwohner weniger gehabt, da mussten wir etwas tun.“ Borgstedt machte sich Gedanken darüber, wie man junge und alte Menschen in der Gemeinde hält. Ergebnis: ein Mehrgenerationentreff wurde gebaut, bei neuen Häusern wird generell auf Barrierefreiheit geachtet, an der Eider entstanden ein Spielplatz, ein Grillplatz und ein Wanderweg. Das zahlte sich aus. „Unseren alten Einwohnerstand haben wir wieder erreicht“, sagt Neidlinger.

Die Erfolgsliste der AktivRegion ist lang. In der jetzt zu Ende gehenden Förderperiode wurden beispielsweise folgende Projekte realisiert: die Sanierung der St.-Georg-Kirche in Jevenstedt (Gesamtkosten von 1,05 Millionen Euro), ein Parkplatz für die Mühle Anna in Nübbel (26 000 Euro) oder der Bau eines Wohnmobilstellplatzes in Schacht-Audorf direkt am Nord-Ostsee-Kanal (520 000 Euro).

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