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Bundestagswahl : Die Zweitstimme ist erste Wahl

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Briefwahl ist im Trend. Die Nachfrage ist stark gestiegen. Aber die Vorzeichen stehen nicht unbedingt auf eine stärkere Beteiligung der Bürger.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Noch acht Nächte – dann ist Wahltag. Aber immer mehr Bürger können den Termin nicht mehr abwarten: Der Trend zur Briefwahl hat sich verstärkt. Ein Beispiel dafür ist das Amt Nortorfer Land. Bereits 1 200 Anträge sind im Nortorfer Rathaus eingegangen. „Das ist auffällig“, sagt Peter Krey, Leiter des Ordnungsamtes. Bei den vergangenen Wahlen verzeichnete man durchschnittlich rund 800 bis 900 Briefwähler. Und bis zum 20. September (18 Uhr), wenn die reguläre Frist für die Annahme von Wahlschein-Anträgen ausläuft, „geht noch was“.

In der großen Nachfrage nach Briefwahlunterlagen sieht Krey nicht unbedingt Vorzeichen für eine Steigerung der Wahlbeteiligung. „Es ist offenbar einfach bequemer, Unterlagen und Stimmzettel zu Hause auszufüllen“, meint der Nortorfer Verwaltungsbeamte. Man habe die Wahl erledigt und sei nicht an den sonntäglichen Termin gebunden.

Auch Kai Volkmann, als stellvertretender Wahlleiter beim Kreis Rendsburg-Eckernförde zuständig für die Gesamtorganisation, rechnet nicht mit einer höheren Beteiligung. Es sei offenbar moderner, per Briefwahl seine Stimme abzugeben, zumal die Unterlagen auch online beantragt werden könnten. Dieses Angebot, den Stimmzettel auf elektronischem Weg ins Haus zu bestellen, nutzten im Amt Nortorfer Land nur etwa zehn Prozent, wie Peter Krey feststellt. Der klassische Weg sei nach wie vor, die Wahlbenachrichtigung als Antrag zurückzusenden. Aber so mancher Wähler mache sich auch auf ins Nortorfer Rathaus, um die Briefwahl-Frage direkt zu klären.

Die Beteiligung bei der Bundestagswahl 2009 lag im Kreis Rendsburg-Eckernförde bei 75,4 Prozent. Gleichzeitig waren die Bürger seinerzeit auch aufgefordert, über die Besetzung des Landesparlaments in Kiel abzustimmen. Dass sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen konnten, mag das Wähler-Interesse erhöht haben. Gestiegen ist die Zahl der Wahlberechtigten im Kreis in den vergangenen vier Jahren, und zwar um 2 557 auf 201 467 Männer und Frauen – die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Die Vorbereitungen für den Wahlsonntag im Kreishaus gehen in die Zielgerade. Die Wahlhelfer – etwa 25 – seien verpflichtet und würden für Aufnahme und Verarbeitung der Daten geschult. Denn die Ergebnisse der Stimmzählungen aus den Ämtern werden immer noch telefonisch übermittelt, per Hand aufgeschrieben, dann kontrolliert und in die EDV eingegeben, berichtet Volkmann.

Wenn nach 18 Uhr die Zahlen aus allen Teilen Rendsburg-Eckernfördes einlaufen, ist das Kreishaus wieder für Besucher offen. „Wir präsentieren die Ergebnisse am Sonntag im Kreistagssaal“, kündigt Volkmann an. Am Ende wird am Sonntag dann das vorläufige amtliche Wahlergebnis bekannt gegeben. Das endgültige Ergebnis wird dann schon am 26. September in öffentlichen Sitzung des Kreiswahlausschusses festgestellt.

Der Bundestagswahlkreis 4 Rendsburg-Eckernförde deckt sich mit dem Kreisgebiet, aber ohne die beiden Gemeinden Kronshagen und Altenholz, die mit ihren rund 20 000 Wahlberechtigten zum Kieler Wahlkreis 5 gehören.

Diese Direktkandidaten bewerben sich um die Erststimme: Die drei Bundestagsabgeordneten Johann Wadephul (CDU), Sönke Rix (SPD), Christine Aschenberg-Dugnus (FDP), der Landtagsabgeordnete Detlef Matthiessen (Grüne), Stefan Karstens (Die Linke), Anne Burmeister (Piraten), Rudolf Reinhard Rosenthal (NPD) und Briga Friederike Krikau (Alternative für Deutschland, AfD). 2009 gewann Johann Wadephul den Wahlkreis mit 58 876 (40,2 Prozent) vor Sönke Rix (47 610 Stimmen, 32,5 Prozent).

Was die Zweitstimme anbelangt, können die Bürger am 22. September unter einem Dutzend Parteien wählen: CDU, SPD, FDP, Grüne, Die Linke , Piraten, Rentner, NPD, MLPD, AfD, Freie Wähler und Tierschutzpartei. Wahlsieger 2009 war die CDU mit 33,9 Prozent vor SPD (26,7), FDP (15,9), Grüne (12,8) und Die Linke (6,7). Vorsicht ist beim Kreuz an der Zweitstimme geboten: Aber Wahl-Füchse wissen natürlich, dass sich genau an dieser Stelle entscheidet, wie Macht und Mehrheiten im künftigen Bundestag verteilt werden.

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