zur Navigation springen
Landeszeitung

22. Oktober 2017 | 07:06 Uhr

Die Zettel-Wirtschaft nach der Wahl

vom

Losglück entschied über zwölftes Direktmandat für die SPD / 33 000 unbenutzte Stimmzettel werden vernichtet / Amtliches Endergebnis steht fest

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Rendsburg | Die SPD ist mit zwölf Direktmandaten in der künftigen Ratsversammlung vertreten. Das wurde gestern per Losverfahren im Gemeindewahlausschuss entschieden. Das Mandat ging an René Sartorius, der sich bei der Kommunalwahl am Sonntag im Wahlkreis 4 ein Patt mit Wolfgang Naber von der CDU geliefert hatte. Beide Kandidaten erhielten jeweils 181 Stimmen.

Spannung kam bei der Lotterie im Senatszimmer des Alten Rathauses dennoch nicht auf. Da beide Bewerber über ihre guten Listenplätze einen Platz im wichtigsten Gremium der Stadt bereits sicher hatten, ging es nur noch um die Ehre. Sartorius darf sich jetzt mit dem Prädikat "direkt gewählt" schmücken.

Auch am Wahlergebnis, das durch den einstimmigen Beschluss des Wahlausschusses seit Donnerstag amtlich ist, ändert sich durch das Prozedere nichts: SPD 37,61 Prozent, 34,75 Prozent, Grüne 10,78 Prozent, Modernes Rendsburg 7,54 Prozent, SSW 6,05 Prozent, Die Linke 3,27 Prozent.

Zweitgrößte Fraktion in der Ratsversammlung ist mit elf Sitzen die CDU, die neben vier Direktmandaten sieben zusätzliche Sitze aus der Verhältniswahl erhält. Die SPD benötigt keine Überhangmandate. Die Grünen entsenden drei Abgeordnete ins Stadtparlament; alle ziehen über die Liste ein. Die übrige Verteilung: SSW 2 Sitze, Modernes Rendsburg 2 Sitze, Die Linke 1 Sitz. Für die Linken könnte das Einzelmandat Folgen haben: Sie sind jetzt zu klein, um als Fraktion zu gelten. Das könnte bedeuten, dass sie in den Ausschüssen nicht mehr vertreten sind. Nur noch in der Ratsversammlung. Volker Lindenau würde zum Einzelkämpfer auf nur noch einer kommunalpolitischen Bühne.

Stefan Lohr, der Leiter des Bürger- und Sozialbüros im Rathaus und Leiter der gestrigen Sitzung, hat unterdessen noch mit ganz anderen Nachwehen der Wahl zu tun. In seinem Büro stehen zwei große Kartons, jeweils 30 Kilogramm schwer und bis zum Rand gefüllt mit 33 000 nicht benutzten Stimmzetteln. 16 500 rote für die Kreiswahl und 16 500 weiße für die Gemeindewahl. Zumindest letztere ließen sich als Schmier- und Notizblöcke im Rathaus weiterverwenden, was in der Vergangenheit schon Usus war, um Papier und Geld zu sparen. Davon werde man jetzt allerdings Abstand nehmen, so Lohr. Grund seien die Vorkommnisse im Amt Südtondern am Sonntag. Versehentlich oder mutwillig waren dort alte Stimmzettel aus dem Wahljahr 2008 ausgegeben und ausgefüllt worden. Die Kreuze von 179 Bürgern mussten als ungültig gewertet werden. "Auch wenn es schade um das Papier ist, werden wir alle Stimmzettel wohl vernichten lassen", sagt Lohr. "Sicher ist sicher."

Und die ausgefüllten Blätter? Sie dürfen erst entsorgt werden, nachdem die Ratsversammlung über die Gültigkeit der Wahl entschieden hat. Vor einem solchen Beschluss befasst sich der Wahlprüfungsausschuss mit möglichen Einsprüchen gegen das amtliche Endergebnis. Das letzte Wort über die Gültigkeit der Wahl wird voraussichtlich auf der ersten Sitzung der Ratsversammlung nach der Sommerpause am 26. September gesprochen. Erst dann wandern die Stimmzettel in den Schredder. Lohr: "Im Oktober werden sie vernichtet."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen