Die Welt der Mini-Flieger

Der 19-jährige Melvin Sell macht demnächst sein Hobby zum Beruf.
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Der 19-jährige Melvin Sell macht demnächst sein Hobby zum Beruf.

50 Hobbypiloten kamen zu den Krogasper Flugtagen / Modellbauer präsentierten aufwendige Modelle

shz.de von
15. Juli 2015, 11:48 Uhr

Ob Anfänger oder Profi, ob mit Elektro- oder Verbrennungsmotor, ob Kunstflieger oder Hubschrauber – rund 50 Hobbypiloten trafen sich auf dem Krogasper Modellflugplatz, um ihre Modelle im Rahmen des Sommerfestes des ortsansässigen Modellsportclubs (MSC) in die Lüfte steigen zu lassen.

„Die Teilnehmer kommen wieder aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen“, erläuterte Thomas Kores vom MSC zu der dreitägigen Veranstaltung. „In den letzten Jahren war sogar ein Teilnehmer aus Schweden dabei, der in diesem Jahr wegen Krankheit leider nicht mitmachen kann“, fügte Martin Chrubasik an. „Dieses Hobby kennt eben keine Ländergrenzen, denn uns alle verbindet das gleiche Interesse.“

Doch auch bei diesem Hobby gibt es große Unterschiede. Während es mit einiger Übung relativ schnell gelingt, sein Modellflugzeug heil starten und landen zu lassen, ist bei den Hubschrauberpiloten ein besonderes Fingerspitzengefühl nötig. „Es bedarf viel Training, da die Steuerung bei einem Heli nicht so einfach ist“, betont Vereinsmitglied Fred Hambruch. Eine kleine Unaufmerksamkeit reiche schon aus, um die Kontrolle über das Modell zu verlieren.

Dem kann Theo Brust aus Aukrug nur zustimmen. Mit einem Rotordurchmesser von 2,40 Metern war sein Hubschrauber-Nachbau eines Bell UH1D eines der größten Modelle während der Krogasper Flugtage. „Insgesamt habe ich rund fünf Jahre an dem Modell gearbeitet“, berichtete der 55-jährige Modellfliegerenthusiast. Nicht nur die Modelltreue sondern gerade die technischen Flugeigenschaften seien dabei die Herausforderung gewesen. „Als ich mit dem Bau angefangen habe, gab es das Modell in dieser Größe noch fertig nicht zu kaufen, daher musste ich die Mechanik selbst entwickeln“, fährt er fort. Gut 6500 Euro hat er mittlerweile in das rund 14 Kilogramm schwere Modell investiert, das sich von dem Original nur durch die Größe unterscheidet.

Sein Hobby zum Beruf macht demnächt der 19-jährige Melvin Sell aus Dithmarschen. Im Alter von 14 Jahren hatte er seine Leidenschaft für den Modellbau entdeckt. Nachdem im Laufe der Jahre die Modelle immer aufwendiger und größer wurden, geht er nun eine Stufe weiter und will richtige Flugzeuge bauen. „Ich werde eine Ausbildung in einem Betrieb in Husum beginnen, in dem Ultraleichtflieger aus Aluminium gebaut werden“, verrät der 19-jährige Hobbypilot. Dennoch werde er natürlich seinem Hobby treu bleiben. Rund drei Jahre hatte er an seinem neuesten Modell gebaut. „Das ist der Nachbau einer Focke-Wulf aus dem zweiten Weltkrieg“, erklärt er zu seinem Flieger, der rund zwei Meter Spannweite hat.

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