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Landeszeitung

21. Oktober 2017 | 21:39 Uhr

Aukrug : Die Welt aus der Vogelperspektive

vom

Piloten von "Segelflug Aukrug" starten in die neue Saison. Ideale Bedingungen im Frühling. Verein besteht seit 40 Jahren.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 08:42 Uhr

AUKRUG | Auf dem Segelflugplatz in Bünzen hat die neue Flugsaison begonnen. Wenn das Wetter mitspielt, finden die Piloten von "Segelflug Aukrug" gerade im Frühling die besten Flugbedingungen vor. "Wir brauchen die Aufwinde", erklärt Vereins-Chef Stefan Götze, "und an einem schönen Tag wie heute zeigen uns die Cumulanten an, wo diese Aufwinde sind: Unter jeder Wolke ist Thermik." Je größer die Temperaturunterschiede zwischen kalter und warmer Luft, desto ergiebiger sind die Aufwinde für die Segelflieger. Weshalb man nur im Frühling solche absolut idealen Bedingungen vorfindet, wie Götze weiß: "Im Sommer bei 30 Grad gibt es kaum noch Luftbewegungen."

Die Sonne, die die Luft erwärmt, ist die eigentliche Antriebsquelle der Segelflugzeuge. "Wir fliegen mit den Kräften, die die Natur uns zur Verfügung stellt", sagt Götze, "wir erzeugen keinen Lärm, wir bewegen uns wie die Vögel." Wobei man sich auch den Blickwinkel der gefiederten Thermik-Experten aneignet. "Dass man alles mal aus der Vogelperspektive sieht, ist das Schöne am Segelfliegen", schwärmt der Vereinsvorsitzende, "man kann beim Fliegen entdecken, was sich hinter einem Wäldchen verbirgt oder wie ein Firmengelände von oben aussieht - wobei man natürlich nicht vergessen darf, den Luftraum zu beobachten." "Wegen der zentralen Lage von Aukrug hat man eine phantastische Aussicht über das ganze Land", ergänzt Hans-Hartwig Jessen, "man kann bis Kiel gucken und bei guter Sicht auch bis zur Elbe."

Als erfahrener Pilot kann man von Aukrug auch zu Rundflügen übers ganze Land abheben. Dag Pauschardt zum Beispiel ist vor zwei Wochen Richtung Lübeck gestartet, flog dann einen großen Bogen um Hamburg und landete nach über fünf Stunden und 460 Kilometern wieder auf dem heimischen Segelflugplatz.

Stefan Götze hat den Chefposten bei "Segelflug Aukrug" seit Februar 2012 inne. "Es ist bei uns ein ungeschriebenes Gesetz, dass man als Vorsitzender nach zwei Legislaturperioden nicht mehr antritt", erklärt der Aukruger den regelmäßigen Wechsel an der Vorstandsspitze, "so sollen immer neue Ideen in den Verein kommen."

Götze hat sich für seine Amtszeit vor allem die Sanierung des Vereinsgebäudes vorgenommen. "In diesem Jahr stehen große Investitionen an", berichtet der Vorsitzende mit Blick auf die 1975 errichtete Flugzeughalle und das 1979 daran angebaute Clubheim: "Wir müssen dringend das komplette Dach renovieren." Die Gesamtkosten für die Dacherneuerung sowie einen geplanten Werkstattanbau werden auf 80 000 Euro geschätzt. Bis zum Herbst soll alles fertig sein.

Gegründet wurde "Segelflug Aukrug" am Himmelfahrtstag 1973. Das 40-jährige Bestehen wird am 15. Juni gefeiert: mit einem sogenannten "Fly-in". "Da werden wir die Piloten von anderen Segelflugvereinen einladen, zu uns nach Aukrug zu fliegen", erläutert Götze, "der Gast mit dem weitesten Anflug wird mit einem Preis belohnt, und abends feiern wir ein Hallenfest."

Auch die Erweiterung des Mitgliederbestands ist ein Ziel, das sich der 1. Vorsitzende für seine Amtszeit gesetzt hat: "Wir könnten gern noch ein paar Leute mehr aufnehmen." "Segelflug Aukrug" bietet Schnupperkurse an, die 60 Euro kosten und fünf Starts mit einem Fluglehrer beinhalten. Anmelden kann man sich direkt auf dem Segelflugplatz an der Bundesstraße 430.

"Interessenten können an den Wochenenden einfach so herkommen und die Vereinsmitglieder ansprechen." Sonnabends, sonntags und feiertags gehen die Aukruger Segelflieger ihrem arbeits- und zeitintensiven Hobby nach, und ab 11 Uhr haben Gäste Gelegenheit, im Doppelsitzer mitzufliegen. Ein zehnminütiger Rundflug kostet 25 Euro, jede weitere Minute 50 Cent. "Unsere Fluggäste sind immer begeistert", weiß Götze, "wer bei uns mitfliegen will, sollte allerdings ein bisschen Zeit bringen."

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