Modelleisenbahn : Die Weichen stehen auf Handarbeit

Eine kleine Welt mit großer Anziehungskraft: Die Dampf-, Diesel- und Elektroloks gehören zur Anlage des Rendsburger Modelleisenbahn-Clubs im „Pulverschuppen“.
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Eine kleine Welt mit großer Anziehungskraft: Die Dampf-, Diesel- und Elektroloks gehören zur Anlage des Rendsburger Modelleisenbahn-Clubs im „Pulverschuppen“.

Die 24 Mitglieder im Modelleisenbahn-Club Rendsburg pflegen liebevoll eine Anlage aus dem Jahr 1952. Die kleine Welt ist im „Pulverschuppen“ aufgebaut. Besucher sind herzlich willkommen.

shz.de von
20. Juli 2015, 09:34 Uhr

Man muss kein Eisenbahner sein, um Weichen zu stellen, Signale zu betätigen oder gar den ICE vom Rendsburger Bahnhof aus auf seine schnelle Reise zu schicken. Auch der pensionierte Postbeamte Claus Juncker erledigt diese Aufgaben routiniert. Der 68-Jährige gehört zu den 24 Mitgliedern des Modelleisenbahn-Clubs Rendsburg, die ihre Anlage im „Pulverschuppen“ am Stadtseegelände aufgebaut haben.

Im ersten Stock des historischen Gebäudes steht eine kleine Welt im Maßstab 1:87. An den beiden Längsseiten des Raumes sind auf 25 Metern und an der Querseite auf zehn Metern Landschaften modelliert sowie Gleise und Gebäude aufgebaut. Der Rendsburger Bahnhof, der inzwischen abgerissene Güterbahnhof und die Eisenbahnhochbrücke gehören zu den „Hinguckern“. Und „wie im richtigen Leben“ ist auf der Anlage immer wieder etwas zu reparieren oder zu erneuern.

Die Schwebefähre, die vor einigen Jahren von Dieben mitgenommen wurde, ist zurzeit im Neubau. „Wir haben vom Wasser- und Schifffahrtsamt die Pläne der Fähre bekommen. So können wir sie originalgetreu nachbauen“, erklärte Juncker. Auch das Restaurant „Brückenterrassen“ und die Schiffsbegrüßungsanlage sind in Arbeit. Aber auf der Anlage fahren die Züge nicht nur durch die heimische Landschaft. Auch ein Stück Bayern ist im „Pulverschuppen“ zu sehen. Eine Kirche mit Zwiebeltürmen und dem angrenzenden Friedhof, ein Brautpaar in der Hochzeitskutsche vor der Klosterschänke – das Dorfleben hat ein Clubmitglied aus Süddeutschland gebaut. Arbeit gibt es immer bei den Modellbauern. Denn vieles an ihrer H0-Anlage stammt schon aus dem Gründungsjahr 1952. Da ist es gut, dass einige Mitglieder aus dem Elektronikbereich kommen und die Verkabelung zur Steuerung der Züge auf den 600 Metern Gleisen in Ordnung halten. Fünf Bahnhöfe, 354    Weichen und 76 Signalanlagen werden von den Schaltpulten per Hand geregelt. „Der Rendsburger Bahnhof wird digitalisiert, aber sonst bleibt die Anlage analog“, sagte Juncker. „Wir wollen nicht computergesteuerten Zügen zusehen, sondern selbst alles in der Hand behalten, freie Fahrt geben oder stoppen, wenn wir es wollen.“

Einige Vereinsmitglieder kümmern sich um die Holzgestelle, den Unterbau der Anlage. Frank Pielsch sitzt lieber in der kleinen, akkurat aufgeräumten Werkstatt und repariert Loks und Waggons. „Dazu muss man schon Lust haben, denn es ist ein ziemlicher Fummelkram“, stellte der Rendsburger fest.

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