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Langwedel : Die vereinten Nationen vom Brahmsee

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gute Stimmung im Zeltlager des Kreisjugendrings. Beim Fußballspielen und Kanufahren klappt die Verständigung trotz Sprachbarrieren.

So international wie diesmal ging es noch nie zu beim Brahmsee-Zeltlager des Kreisjugendrings (KJR) Rendsburg-Eckernförde. Kinder aus Afghanistan, Mazedonien, Russland, Polen, Albanien, Vietnam und aus der Türkei sorgen für eine fast schon babylonische Sprachenvielfalt. Die Ukraine ist durch die ehrenamtliche Jugendbetreuerin Anna Valinova vertreten. Im vergangenen Jahr hatte die 25-Jährige zusammen mit ihrem Landsmann Anton Sydorov beim KJR-Zeltlager mitgeholfen (wir berichteten). „Anton wollte dies Jahr auch kommen, durfte aber nicht zu uns einreisen“, bedauert KJR-Chef Hans-Joachim Krieger und präsentiert den Ablehnungsbescheid der Deutschen Botschaft in Kiew vom 27. Juli mit folgender Begründung: „Ihre Absicht, vor Ablauf des Visums aus dem Hoheitsgebiet der EU-Mitgliedsstaaten auszureisen, konnte nicht festgestellt werden.“

„Diese Argumentation können wir nicht nachvollziehen, denn im vergangenen Jahr ist Anton ja pünktlich ein- und wieder ausgereist“, sagt Krieger, „wir sind sehr enttäuscht, dass jemand, den wir als positive Bereicherung für unser Zeltlager empfunden haben, nicht zu uns kommen kann, um hier ehrenamtlich zu arbeiten.“ Die Zeltlagerkids haben zwei Videobotschaften für Anton aufgenommen, die man sich auf der Facebook-Seite des „Vereins für Jugend- und Erwachsenenbildung“ (VJEB) anschauen kann. „Wir haben die beiden Bundestagsabgeordneten Johann Wadephul und Sönke Rix in dieser Sache angeschrieben, und beide haben sich auch bei uns gemeldet“, vermerkt Krieger. Anton Sydorov hatte in der Ukraine Malbücher für die Zeltlagerkinder gekauft, die Anna Valinova nun im Gepäck hatte. „Unser Bestreben ist, alles dafür zu tun, dass Anton im nächsten Jahr wieder bei uns sein kann“, kündigt Krieger an.

Zwei Flüchtlingskinder aus Mazedonien und ein Junge aus Russland nehmen auf Einladung des KJR am Zeltlager teil. „Die Kinder sind uns vom Flüchtlingsrat in Gettorf vermittelt worden, das hat super geklappt“, erläutert der KJR-Vorsitzende, „die Kostenübernahmen für diese drei Kinder ist durch eine Spende möglich gewesen.“ Weitere acht Flüchtlingskinder wurden vom Jugendferienwerk des Kreises Rendsburg-Eckernförde angemeldet. Womit der Anteil der Flüchtlingskinder an der Gesamtteilnehmerzahl (114) nun ziemlich genau zehn Prozent beträgt. „Wir als Jugendverbände haben in der aktuellen Situation die Aufgabe, etwas für die Integration junger Menschen in unserem Land zu tun“, betont Krieger und lobt das Miteinander im „Multikulti“-Zeltlager: „Ich hab noch keinen einzigen dummen Spruch etwa zu Deutschkenntnissen oder zur Hautfarbe gehört, die Kommunikation klappt trotz mancher Sprachbarrieren – und die Flüchtlingskinder sind durchweg sehr höflich und bedanken sich für alles.“

Wegen des regnerischen Wetters der ersten Zeltlagerwoche konnten die Hauptattraktionen am Brahmsee – Kanufahren und Baden – noch kaum stattfinden. Stattdessen wurde viel Fußball gespielt, und da taten sich zwei Albaner besonders hervor: Czirgi Guga (zehn Jahre) und sein kleiner Bruder Juvers (sieben). Wegen der Trikots ihrer großen Vorbilder, welche die beiden rund um die Uhr tragen, werden die albanischen Talente von allen „Messi“ und „Ronaldo“ genannt, berichtet Krieger: „Es ist traumhaft, den beiden beim Fußballspielen zuzuschauen – das werden bestimmt mal Nationalspieler.“

 

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