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Landeszeitung

20. November 2017 | 10:51 Uhr

Handball-Oberliga : Die Unabsteigbaren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die HSG Hohn/Elsdorf schafft den Klassenerhalt dank eines 31:28-Sieges über den HSV II.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2014 | 06:30 Uhr

Als am Sonnabend um 18.29 Uhr in der Hohner Werner-Kuhrt-Halle die Schlusssirene ertönte, gab es bei den Spielern der HSG Hohn/Elsdorf kein Halten mehr. Sie rannten aufs Parkett und führten vor 400 begeisterten Fans ein Freudentänzchen auf. Mit einem 31:28 (12:15)-Erfolg über den HSV Hamburg II gelang der Mannschaft von Trainer Thies Schmalfeld am letzten Spieltag der kaum mehr für möglich gehaltene Klassenerhalt in der Handball-Oberliga der Männer. Durch den Erfolg kletterte die HSG in der Abschlusstabelle auf Platz zehn und verdrängte die SG Hamburg-Nord noch auf einen Abstiegsrang.

Während viele HSG-Fans auf der anschließenden Nicht-Abstiegsparty von einem „Wunder von Hohn“ sprachen, ordnete Trainer Thies Schmalfeld den Sieg der „puren Willenskraft jedes einzelnen Spielers“ zu. „Die Jungs haben nie den Glauben an sich verloren. Das war heute das Wichtigste.“ Dabei sah es lange Zeit nicht nach einem guten Ende für die Gastgeber aus. Zu Beginn der zweiten Halbzeit stand die HSG schon mit mehr als einem Bein in der Schleswig-Holstein-Liga. 20:15 führte der HSV in der 38. Minute, als Schmalfeld eine Auszeit nahm und seine Mannschaft wieder auf Kurs brachte. „Ich habe den Jungs gesagt, dass noch nichts verloren ist. Wir haben ja auch bis dahin nicht schlecht gespielt und uns viele Chancen erarbeitet. Nur der Abschluss stimmte nicht Das war reine Kopfsache.“ Mit den aufmunternden Worten ihres Trainers kehrte auch der Glaube an die eigene Stärke zurück. Schmalfeld: „Das war eine unglaubliche Leistungsexplosion.“ Tor um Tor schoben sich die Gastgeber heran. In 45. Minute traf Boris Hohnsbehn unter dem Jubel der begeisterten Fans zum 21:21-Ausgleich. Selbst von einem erneuten Zwei-Tore-Rückstand (22:24) ließen sich die Hohner nicht mehr nervös machen. Steffen Oeltjen brachte seine Farben beim 25:24 erstmals in der zweiten Halbzeit in Führung. Die Halle kochte. „Die Zuschauer haben einen großen Anteil an dem Erfolg. Das Zusammenspiel zwischen Mannschaft und Fans war einzigartig.“ Mit dem 28:25 drei Minuten vor Spielende beseitigte Ulf Thöming letzte Zweifel am Klassenerhalt. Beim Abpfiff hieß es 31:28. „Die Unabsteigbaren“, wie es Kreisläufer Steffen Oeltjen formulierte, hatten es wieder einmal geschafft. Denn bereits in der vergangenen Saison zog die HSG Hohn/Elsdorf erst am letzten Spieltag den Hals aus der Schlinge. Damals verlor man zu Hause mit 29:35 gegen die SG Wift und blieb nur dank der 26:37-Niederlage des MTV Herzhorn beim THW Kiel II in der Oberliga. „Mit einem Sieg die Klasse zu halten, ist aber tausend Mal geiler“, meinte ein überglücklicher Mannschaftskapitän Jörg Gosch, der bis in den späten Sonntagmorgen hinein den Triumph mit seinen Mannschaftskameraden feierte.

Und auch Schmalfeld, der sich nach dem Abpfiff erst einmal in die Umkleidekabine zurückzog und den Erfolg still genoss, ließ es anschließend ordentlich krachen. Der 34-Jährige räumt nach zwei Jahren Amtszeit seinen Platz auf der Trainerbank der ersten Herren und wird sich fortan um die A-Jugend kümmern. Mit Christian Gosch, der die Hohner bereits in der Vergangenheit trainierte, kehrt ein alter Bekannter auf die Kommandobrücke zurück. „Ich übergebe die Mannschaft als bestes Team im Kreis Rendsburg-Eckernförde“, meinte Schmalfeld nicht ohne Stolz. „Ich hoffe, der Verein macht etwas aus dieser Vorlage.“ Denn neben dem Trainer haben mit Ulf Thöming (Karriereende) und Boris Hohnsbehn (Spielertrainer des Kreisoberligisten Büdelsdorfer TSV) auch zwei tragende Säulen der vergangenen Jahre der Mannschaft den Rücken gekehrt. Zugänge kann HSG-Leiter Hans-Detlef Gosch hingegen noch nicht vermelden. „Wir stehen in Kontakt mit einigen Spielern. Bis zuletzt war aber ja nicht klar, in welcher Liga wir spielen. Jetzt, nach dem Klassenerhalt, haben wir gute Argumente, zu uns zu kommen. Ich denke, wir werden für die kommende Saison eine gute Mannschaft haben“, sagt Gosch. Denn eines wünscht sich nicht nur der HSG-Leiter: Bloß nicht wieder so eine Zittersaison wie in den vergangenen Jahren. Gosch: „Wir sollten uns nicht immer auf den letzten Spieltag verlassen.“

HSG Hohn/Elsdorf: Dobratz, Sa. Bendixen – Thöming (7), Kuhrt (1), Oeltjen (8), Hohnsbehn (3), Küch, Oettershagen, Petersen, Sv. Bendixen, Brown, Plöhn (4), Gosch (8/4).

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