Die Tragödie vor zehn Jahren

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06. Januar 2015, 15:20 Uhr

Im Sommer 2004  hatte der jetzt erneut angeklagte Rendsburger seinen Großvater getötet. Laut Urteil wurde der damals 18-Jährige „ohne eigene Schuld zur Tat hingerissen“, als er bei einem Angelausflug an die Eider nahe Hamdorf mit ansah, wie sein Großvater (66) seinen Stiefbruder sexuell missbrauchen wollte. Der Enkel ging dazwischen und tötete den Mann. Die Leiche des Großvaters wurde mit durchgeschnittener Kehle und schweren Schlagverletzungen am Oberkörper von Spaziergängern im Schilf gefunden. Die Jugendkammer ging damals von Totschlag in minder schwerem Fall aus. Denn nach Feststellungen des Gerichts hatte sich der Großvater jahrelang an seinen Familienmitgliedern vergangen und sie vergewaltigt, auch seine Enkel und die Mutter des Angeklagten. Die Großmutter soll die Taten gedeckt haben. Der Angeklagte wurde Ende 2005 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, kam aber vorzeitig wieder frei. Die Hoffnungen des Gerichts, er könne Tat und Vorgeschichte in der Haft aufarbeiten, erfüllten sich offenbar nicht.

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