Fussball-Kreisliga : Die Torfabrik von der Jevenau

Der König der Torschützen: Jevenstedts Mirko Mrosek (rechts) war mit seinen 34 Treffern der erfolgreichste Angreifer  der Liga.
Der König der Torschützen: Jevenstedts Mirko Mrosek (rechts) war mit seinen 34 Treffern der erfolgreichste Angreifer der Liga.

Im zweiten Teil der Saisonbilanz geht es um große Fotos, lange Listen und kuriose Serien.

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25. Juni 2014, 05:43 Uhr

Gleich zwei Mannschaften knackten in der abgelaufenen Spielzeit der Fußball-Kreisliga Rendsburg-Eckernförde die 100-Tore-Marke, allerdings dürfte sich der TSV GH Lütjenwestedt über seine 121 Gegentreffer weniger freuen als der TuS Jevenstedt über seine 102 Tore, von denen alleine Mirko Mrosek 34 erzielte.

O wie Ohne Ende: Die Pressefotografen mussten das ganz große Weitwinkel-Objektiv herausholen, denn zum Trainingsauftakt des TSV Vineta Audorf tummelten sich ohne Ende Spieler auf dem Platz. Nach dem großen Umbruch hatte der neue Trainer Norman Bock die ersten Übungseinheiten der ersten und zweiten Mannschaft zusammengelegt, um daraus einen schlagkräftigen Kader für die Kreisliga aufzustellen. Unter den 38 Akteuren des Gesamtkaders befanden sich alleine 22 Neuzugänge. Die Findungsphase dauerte dann etwas zu lange, um später ganz oben anzugreifen. Nach den ersten sechs Spielen hatte die Vineta gerade einmal vier Pünktchen auf der Habenseite.

P wie Pari: Es ist eine beinahe beängstigende Serie. In dieser Saison spielten die 16 Mannschaften in den 240 Partien 40-Mal unentschieden. Das alleine ist wenig beeindruckend. Bemerkenswert wird diese Zahl erst, wenn man einen Blick in die Statistikbücher der vergangenen Jahre wirft. Denn in den letzten vier Jahren gab es am Ende der Saison jeweils 40 Unentschieden. Anders war es zuletzt in der Spielzeit 2009/10 (37 Remis).

Q wie Quadrupel: Einen Titel hat der TuS Jevenstedt in dieser Saison verpasst. Der Meisterzug war früh abgefahren und im Kreispokalfinale gab es gegen den Eckernförder SV eine unglückliche Niederlage nach Elfmeterschießen. Ganz oben allerdings steht der Club von der Jevenau aber im Ranking der Trainerwechsel. Mit Adrian Königsmann startete der TuS in die Serie. Nur wenige Spieltage nach dem Auftakt übernahm Assistenz-Coach Helge Becker, der im Herbst schließlich von der Mannschaft auf unrühmliche Weise abgesägt wurde. In der Übergangsphase stand der 1. Vorsitzende Heiko Wisser für ein Spiel an der Seitenlinie, ehe mit Michael Rohwedder ein neuer Coach gefunden war, der die Mannschaft wieder in ruhigeres Fahrwasser führte. Vier Trainer in einer Saison – ein Quadrupel der ungewollten Art.

R wie Reserveteam: Mit dem Osterrönfelder TSV II hat es eine der zwei Reservemannschaften erwischt. Trotz der bisweilen massiven Unterstützung der Liga war der personelle Aderlass im vergangenen Sommer zu groß, und der neue Trainer Ferid Fatnassi wird in der Kreisklasse A den Neuaufbau einleiten. Weil mit der SG BSV/EMTV, dem Wittenseer SV und dem SV Fleckeby ausschließlich erste Mannschaften nachrücken und der Büdelsdorfer TSV aus der Verbandsliga dazukommt, gibt es zukünftig mit dem Eckernförder SV II nur noch ein Reserveteam.

S wie Schießbude: All zu oft bat der TSV Gut-Heil Lütjenwestedt zum „Tag der offenen Tür“. Insgesamt kassierten die Lütjenwestedter 121 Gegentreffer. 19 Mal unterlagen sie dabei mit mehr als vier Toren. Mit so einer desolaten Bilanz war der Klassenerhalt einfach nicht zu schaffen.

T wie Torfabrik: Unterhaltung war garantiert, wenn man sich ein Spiel mit Jevenstedter Beteiligung anschaute. Satte 102 Mal ließ es der TuS im Kasten des Gegners klingeln. Nicht verwunderlich, dass die torgefährlichste Mannschaft der Liga auch den Torschützenkönig stellt. Mirko Mrosek erzielte 34 Tore und weckte somit Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz. In der neuen Spielzeit geht er für den TSV Kropp in der Schleswig-Holstein-Liga auf Torejagd.

U wie Unentschieden: Die Remiskönige der Saison kommen aus Schacht-Audorf. Keine andere Mannschaft nahm öfter nur einen Zähler mit als der TSV Vineta. Neun Mal war das bei den Audorfern der Fall.

V wie viel Vergnügen: Größer als bei den Spielen des TuS Bargstedt und des TSV GH Lütjenwestedt war das Vergnügen für die Zuschauer nie. 5,23 Tore fielen rechnerisch bei den Partien des TuS. Florian Engbrecht zeichnete für die meisten Treffer der Bargstedter verantwortlich und netzte 19 Mal. Allein die Lütjenwestedter boten noch mehr Spektakel. 5,5 Treffer pro Spiel fielen bei ihren Auftritten. Allerdings war es für den TSV selten ein schönes Vergnügen, denn diese Statistik beruht in erster Linie auf den vielen Gegentreffern (121).

W wie Wintermeister: Legt man die reinen Zahlen zu Grunde, geht die inoffizielle Herbstmeisterschaft an den TuS Bargstedt, der nach den ersten 15 Partien mit 30 Punkten, aber dem besseren Torverhältnis gegenüber dem TuS Rotenhof vorne lag. Als Tabellenerster in die Winterpause ging allerdings der TuS, der die Spitzenposition im Jahr 2014 kein einziges Mal mehr abgab.

X wie XXL: Lang ist die komplette Torschützenliste der abgelaufenen Kreisliga-Saison. Die 1057 Treffer verteilen sich auf 221 unterschiedliche Schützen – eine gaaaanz lange Liste. Im Übrigen sind in dieser Spielzeit so viele Treffer gefallen wie seit Jahren nicht mehr. Zuletzt waren es 998, 1047, 1011 und 985 Treffer.

Y wie YouTube: Als Video-Stars sind die Kreisliga-Fußballer bisher nicht in die Geschichte eingegangen. Auf der bekannten Internet-Plattform You Tube findet man bei keinem Verein ein Video im Zusammenhang mit der abgelaufenen Saison. Keine Spielszenen, keine Traumtore, keine lustigen Mitschnitte von Weihnachtsfeiern. Da herrscht für die Zukunft einiges an Nachholbedarf.

Z wie Zetl: Eigentlich war Horst-Dieter Zetl „nur“ der Vorsitzende des Fördervereins beim TSV Gut-Heil Lütjenwestedt. Aber weil der im Sommer neu gekommene Trainer Carsten Lähn überhaupt kein Glück hatte und im Herbst 2013 entnervt das Handtuch warf, übernahm Zetl auch die sportliche Verantwortung. Zum Klassenerhalt reichte es zwar nicht, aber immerhin hat ihm sein neues Amt offenbar so viel Spaß gebracht, dass er auch in der Kreisklasse A als Trainer an der Seitenlinie stehen wird.

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