Container-Dorf : Die Tage des Camps sind gezählt

Besuch in der Erstaufnahmeeinrichtung: Bürgermeister Pierre Gilgenast und Michael Heinrich, Leiter der dortigen Polizeistation, empfangen Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts (von links).
Besuch in der Erstaufnahmeeinrichtung: Bürgermeister Pierre Gilgenast und Michael Heinrich, Leiter der dortigen Polizeistation, empfangen Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts (von links).

Innen-Staatssekretär Geerdts besucht Erstaufnahmeeinrichtung, die Mitte 2018 stillgelegt wird

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21. Dezember 2017, 10:26 Uhr

Der Abbau der Erstaufnahme-Unterkunft für Flüchtlinge an der Schleswiger Chaussee beginnt bereits in den kommenden Wochen. Das kündigte Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts gestern bei einem Besuch in Rendsburg an. „Die 300 Container werden nach und nach abgezogen.“ Geplant ist, die Einrichtung des Landes zum 30. Juni 2018 stillzulegen (wir berichteten).

Das künstliche Dorf mit Platz für bis zu 1640 Menschen ist erst eineinhalb Jahre alt. Es dient als Anlaufpunkt für Schutzsuchende mit unklarer Bleibeperspektive. Um deren Asylanträge zügig zu bearbeiten, wird auf dem Gelände der ehemaligen Feldwebel-Schmid-Kaserne auch eine Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge betrieben. Das „Bamf“ kehrt Rendsburg ebenfalls den Rücken.

Zurück bleiben mehrere tausend Quadratmeter Wohn-, Büro- und Hallenfläche, die das Land Mitte 2016 für fünf Jahre angemietet hatte. Was aus den Räumen wird und ob das Land die Miete auch bei Leerstand an den Eigentümer der Ex-Kaserne wird zahlen müssen, ist fraglich. Bürgermeister Pierre Gilgenast schlug vor, eine Einsatzhundertschaft der Polizei in den Gebäuden zu stationieren. Er bezog sich auf den Kieler Koalitionsvertrag. Bisher gibt es eine solche Spezialeinheit nur in Eutin. „Eine erste Idee, aber nicht die Idee, die ich favorisieren würde“, lautete die in Höflichkeit verpackte Absage von Geerdts. Zunächst werde man die Polizei in der Fläche mit 500 zusätzlichen Beamten bis 2023 stärken.

Der Staatssekretär rief die Region am Kanal auf, weitere Vorschläge für die Folgenutzung der Anlage zu machen. „Wir brauchen ein Konzept, mit dem die Stadt Rendsburg und das Umland dauerhaft etwas anfangen kann.“ Gilgenast und Geerdts vereinbarten, zu einem „Runden Tisch Integration“ einzuladen, um die Flüchtlingshilfe weiter anzukurbeln.

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