zur Navigation springen

Kreistag : Die Suche nach der magischen "25"

vom

Mehrheit, aber wie? Hinter den politischen Kulissen wird hektisch gerechnet. Gemeindewahl: Nübbel, Hohn und Hanerau-Hademarschen vor Bürgermeisterwechsel.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Rendsburg | Erleichterung, Genugtuung, Katerstimmung und Zähneklappern: Das Ergebnis der Kommunalwahlen (Kreiswahl und Gemeindewahl) hat in Rendsburg-Eckernförde die Weichen für die nächsten fünf Jahre gestellt und ein breites Spektrum an Emotionen erzeugt.
Wer künftig im Kreistag die politische Richtung bestimmen will, muss für mindestens 25 der 49 Stimmen sorgen. Doch das Wahlergebnis hat den Weg dorthin äußerst schwierig gemacht. Nur eins ist klar: Der in den vergangenen Jahren bestimmende "schwarz-gelbe Automatismus" wurde abgewählt. CDU (20 Sitze) und FDP (3) verfügen zusammen nur noch über 23 von insgesamt 49 Sitzen.
Aber auch SPD (16) und Grüne (6) stellen nicht die Mehrheit im künftigen Kreistag. Zünglein an der Waage dürfte der SSW sein. Auch wenn der Südschleswigsche Wählerverband schwächelt und künftig nur noch zwei seiner bislang drei Abgeordneten stellt, würde es zusammen mit CDU und FDP zur hauchdünnen Mehrheit von 25 Stimmen reichen. Wenig überraschend also, dass CDU-Kreisvorsitzender Johann Wadephul noch am Wahlabend erklärte, nach dem (Pflicht-) Gespräch mit der FDP den Kontakt zum SSW, aber auch zu den Grünen zu suchen. Auch da hatte es in der Vergangenheit, zum Beispiel bei den Elternbeiträgen zu den Schülerbeförderungskosten, Gemeinsamkeiten gegeben.
Anders herum kommt der SSW zusammen mit SPD und Grünen auf nur 24 Stimmen. Für eine Mehrheit wären noch Stimmen der Einzelmitglieder (ohne Fraktionsstatus) der Piraten und Linken gefragt.
Besonderes gibt es von der Gemeindewahl zu berichten. In Quarnbek (Amt Achterwehr) zum Beispiel erhielt Bündnis 90/Die Grünen 49 Prozent (sieben Vertreter), fast so viel wie CDU und Wählergemeinschaft "WIR" zusammen. In Holzbunge tritt Einzelbewerber Thomas Marten (11,9 %) gegen die geballte Kraft der Wählergemeinschaft (88,1 %) an.
Das Los muss in Jevenstedt in der Wahlausschusssitzung über den Einzug von Klaus Hewig (CDU) oder Werner Meyer-Simon (SPD) entscheiden. Hintergrund: CDU und SPD erhielten exakt die gleiche Stimmenzahl (1 345). Gelost wird in öffentlicher Sitzung heute um 17 Uhr im Sitzungsraum A des Amtshauses in Jevenstedt.
Dramatischer Stimmenverlust bei der KWG in Hohn. Gegenüber 2008 büßte die Wählergemeinschaft, die mit Bernd Müller den Bürgermeister stellt, knapp neun Prozent (über 650 Stimmen) auf jetzt 31,6 Prozent ein. Davon profitierte vor allem die CDU, die um gut fünf Prozent auf 47,3 Prozent zulegte und nun mit sieben von 13 Mandaten die absolute Mehrheit hat. Man muss es so hinnehmen", sagte Müller. Aber er sehe das ganz entspannt. "Ich habe seit zehn Jahren gute Arbeit geleistet und übergebe eine finanziell gut ausgestattete Gemeinde", sagte der scheidende Bürgermeister. Die konstituierende Sitzung findet in Hohn am Donnerstag, dem 13. Juni, statt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen