Gemeindetag : „Die Stimme der Gemeinden“

Gemeindetag: Stefan Landt (rechts) löst den Kreisvorsitzenden Hans Kaack (Mitte) ab. Neuer stellvertretender Vorsitzender ist Torsten Teegen.
Gemeindetag: Stefan Landt (rechts) löst den Kreisvorsitzenden Hans Kaack (Mitte) ab. Neuer stellvertretender Vorsitzender ist Torsten Teegen.

Versammlung des Kreis-Gemeindetags: Stefan Landt als Nachfolger von Hans Kaack gewählt

shz.de von
06. September 2018, 17:19 Uhr

Er war das dienstälteste Mitglied im Landesvorstand des schleswig-holsteinischen Gemeindetags und 40 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Brammer – in der Mitgliederversammlung des Kreis-Gemeinderats in Groß Wittensee wurde Hans Kaack im Beisein von mehr als 120 Teilnehmern aus der kommunalen Familie verabschiedet. 21 Jahre lang stand Kaack an der Spitze des Gemeindetages im Kreis Rendsburg-Eckernförde, dem Sprachrohr der 165 Gemeinden.

Zu Hans Kaacks Nachfolger wurde einstimmig der bisherige Stellvertreter, Stefan Landt, gewählt. Der Direktor des Amtes Mittelholstein lobte die Leidenschaft, den Weitblick und das Verhandlungsgeschick Kaacks. „Du warst die Stimme der Gemeinden und diese Stimme hatte Gewicht, sie wurde gehört“, betonte Stefan Landt. Als einen Mann mit viel Erfahrung und Kenntnissen über den Kreis bezeichnete auch der Geschäftsführer des schleswig-holsteinischen Gemeindetages, Jörg Bülow, den langjährigen Kreisvorsitzenden. So wie Kaack habe kaum jemand Land und Leute gekannt.

Neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Torsten Teegen, Vorsteher des Amtes Bordesholm. Als Geschäftsführerin wurde die Damendorferin und Leiterin des Hauptamtes im Amt Hüttener Berge, Brigitte Nielsen, bestätigt.

Begrüßt wurden die Gäste im „Schützenhof“ von Groß Wittensees Bürgermeister Volker Walther und der Kreispräsidentin Dr. Juliane Rumpf.

Was die Kommunen im Kreis in den nächsten Jahren erwartet, berichtete Jörg Bülow. Im Mittelpunkt stehe eine Reform der Kindertagesstätten-Finanzierung. Derzeit würden die Gemeinden mehr als 50 Prozent der Kosten zahlen, abzüglich der Umlagen, die geleistet werden müssten, bleibe wenig übrig für einen Gestaltungsspielraum. Das Land habe bereits 50 Millionen Euro mehr als in den Vorjahren für die Kita investiert. „Unser Ziel ist es, den Anteil der Gemeinde zu reduzieren“, betonte Bülow. Er erwarte eine dynamische Finanzierung von Land und Bund, keine gedeckelte.

Außerdem stehe eine Reform der Erzieherausbildung an, um die Qualität und Standards weiter zu entwickeln. Dazu gebe es auf Landesebene einen Arbeitskreis, in dem auch mit Andreas Baum vom Amt Hüttener Berge und Tomas Bahr aus dem Amt Dänischer Wohld zwei Fachleute aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde mitarbeiten. „Eine große Reform ist möglich“, ist Bülow überzeugt. Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer, erinnerte an die gute Zusammenarbeit von Kreis und Gemeindetag. So habe die Haushaltskonsolidierung dazu geführt, dass der Kreis nahezu schuldenfrei sei. Das habe gemeinsamer Anstrengungen bedurft, viele Wünsche der Kommunen mussten unerfüllt bleiben. Auch wenn die Steuereinnahmen aktuell nur so sprudelten, mahnte er die Gemeinden, maßzuhalten. Es können zwar Investitionsstaus abgebaut werden, dennoch müssten die Gemeinden flexibel bleiben, um nicht erneut in eine Schuldenkrise zu rutschen.

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