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Strecke in Rendsburgs Westen : Die Stadtbahn im Wartestand

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ende Januar steht fest, ob und welche Kosten auf Rendsburg zukommen, sollte die verwaiste Strecke in den Stadtwesten wiederbelebt werden.

shz.de von
erstellt am 14.01.2014 | 06:45 Uhr

Rendsburg | Vor einem Jahr wurde das Thema zum letzten Mal öffentlich beraten. Seitdem ist es um die sogenannte Stadtbahn still geworden. Zwar gab es während des Rendsburger Herbstes 2013 nochmals einen Probebetrieb zwischen dem Bahnhof und dem Haltepunkt Seemühlen-Nord. Doch ob auf dem 4,1 Kilometer langen Gleisabschnitt irgendwann Vorort-Züge nach Fahrplan verkehren werden, ist weiterhin offen. Eine Vorentscheidung könnte noch in diesem Monat fallen.

Bis Ende Januar will die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft (LVS) die Eckdaten eines Kostenfinanzierungsplans vorlegen. Bürgermeister Pierre Gilgenast hatte die Zahlen im Dezember bei der LVS eingefordert. In dem Papier soll erstmals konkret beziffert werden, was Rendsburg entlang der Strecke investieren müsste und wie diese Ausgaben durch die Verpachtung der stadteigenen Gleise refinanziert werden könnten. Im Fokus steht dabei das 2700 Meter lange Teilstück zwischen der geplanten Endstation Seemühlen-Nord an der westlichen Stadtgrenze und der „Weiche 89“ an der Nahtstelle zu Büdelsdorf. Dieser Abschnitt, der seit Jahren brach liegt und vor dem Start eines Dauerbetriebs voraussichtlich mit Millionen-Aufwand grundlegend erneuert werden müsste, befindet sich im Besitz der Stadt. Die restlichen 1400 Meter bis zum Bahnhof – sie sind Teil der Hauptachse von Rendsburg nach Flensburg – gehören der Bahn. Drei Haltepunkte entlang der Sackgasse in den Stadtwesten sind vorgesehen: Seemühlen-Nord, Gymnasium Kronwerk, Mastbrook.

Erhebungen, wie viele Fahrgäste dort zu erwarten sind, gibt es nicht. Während des dreitägigen Testbetriebs im Spätsommer 2012 wurden 4000 Menschen gezählt, im Jahr darauf waren es an zwei Tagen 2000 Köpfe. Da alle Probeläufe jedoch während des Stadtfestes stattfanden und die Fahrt an allen Tagen zudem kostenlos war, sind sie für den Normalbetrieb kaum repräsentativ.

Für Frank Thomsen aus dem Rathaus geht es zunächst darum, von der LVS belastbare Zahlen zu bekommen. „Das Versprechen, dass die Stadtbahn für uns kostenneutral zu finanzieren wäre, muss erst noch belegt werden“, sagt der Fachbereichsleiter Bau. Er rechnet damit, dass die Kostenberechnung Anfang März im Bauausschuss beraten wird.

Unabhängig vom Stadtbahn-Entscheid wird der Zugverkehr zwischen Rendsburg und Kiel ab Ende des Jahres auf einen Halbstundentakt verdichtet. Sechs zusätzliche Haltestationen sind geplant: Schülldorf, Bredenbek, Achterwehr, Melsdorf, Kiel-Russee, Kiel-Hassee (Citti-Park). Im Bahnhof von Felde entsteht ein Parallelgleis, damit sich die Züge ungefähr auf halbem Wege zwischen den Städten begegnen können.

Ein Zug pro Stunde wird auf dem Weg nach Kiel und zurück weiterhin nur in Felde stoppen. Um die daraus resultierende Standzeit des langsamen Zuges in Rendsburg auszunutzen, hatte die LVS der Stadt das Angebot unterbreitet, die Strecke nach Fockbek wiederzubeleben. Dass es damit zeitgleich zur Einführung des Halbstundentaktes im Dezember noch klappen könnte, hält man bei der Vekehrsservicegesellschaft inzwischen jedoch für unwahrscheinlich. „Den Zeitplan werden wir wohl nicht halten können“, sagt ein für den Bereich Infrastruktur zuständiger Mitarbeiter.

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